FAQ Fordern und Fördern Was ist Einstiegsgeld?

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Was ist Einstiegsgeld?

Wer eine selbständige Tätigkeit aufnimmt, kann nach § 29 des Sozialgesetzbuch (SGB) II als Zuschuss zum Arbeitslosengeld II Einstiegsgeld beantragen. Es kann längstens für 24 Monate bezogen werden und soll dem Existenzgründer dabei helfen, im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Wie hoch der Zuschuss im Einzelfall bemessen wird, hängt unter anderem von der Dauer der vorangegangenen Arbeitslosigkeit und der Größe der Bedarfsgemeinschaft ab. Lesen Sie weiter, die wichtigsten Infos zum Einstiegsgeld:

1. Wann man es bekommt:
Einstiegsgeld erhalten Sie als ALG II-Bezieher, wenn Sie sich hauptberuflich selbständig machen wollen.

2. Kein Einstiegsgeld für ALG II-Bezieher mit ALG I-Anspruch
ALG-II-Bezieher, die noch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, der ihren Bedarf jedoch nicht deckt, können kein Einstiegsgeld beantragen. Nach wie vor aber den Existenzgründungszuschuss (Ich-AG) oder Überbrückungsgeld.

3. Wo der Antrag gestellt werden muss:
Ohne Antrag geht´s nicht! Den Antrag stellen Sie beim Träger der Grundsicherung vor Ort (zum Beispiel bei Agentur für Arbeit, bei der Kommune, bei der Arbeitsgemeinschaft von Arbeitsagentur und Kommune- ARGE) Dort können Sie auch weitere Informationen zum Thema "Selbständigkeit" erhalten.

4. Wie viel Einstiegsgeld gezahlt wird:
Ob und in welcher Höhe Sie Einstiegsgeld erhalten, entscheidet Ihr persönlicher Ansprechpartner /Fallmanager der Agentur für Arbeit, Kommune oder ARGE. Der Gesetzgeber empfiehlt eine Höhe von 50 bis maximal 100 Prozent der ALG-II-Regelleistung 345 Euro im Westen, 331 Euro im Osten), also in der Regel 172,50 Euro bis 345 Euro monatlich bzw. 165,50 Euro bis 331 Euro monatlich.

WICHTIG: Das Einstiegsgeld wird Ihnen als Zuschuss - also zusätzlich! - zum ALG II gezahlt.

5. Welche Voraussetzungen zu beachten sind:
Zugangsvoraussetzungen zum Einstiegsgeld sind Hilfebedürftigkeit und Tragfähigkeit des Gründungsvorhabens. Letzteres muss durch eine so genannte Umsatz- oder Rentabilitätsvorschau begründet werden. Ein Gutachten ist noch keine Bedingung. Informationen und
Hilfestellungen erhalten Sie zum Beispiel bei der örtlichen Industrie- und Handelskammer.

6. Wie lange das Einstiegsgeld gezahlt wird:
Die Förderungsdauer beträgt zunächst 12 Monate, kann aber auf maximal 24 Monate verlängert werden.

7. Zusätzliche finanzielle Hilfen zum Einstiegsgeld:
Ihr persönlicher Ansprechpartner/Fallmanager kann Ihnen über das Einstiegsgeld hinaus zusätzliche Existenzgründungshilfen - zum Beispiel für die Anschaffung von Betriebsmitteln - gewähren. Sprechen Sie ihn in jedem falle darauf an!

8. Einstiegsgeld - welche Versicherungen notwendig sind:
Wenn Sie Einstiegsgeld erhalten, besteht Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Krankenkasse prüft, ob pflichtversicherungs- oder freiwilliger Versicherungsstatus vorliegt

9. Steuerpflicht:
Das Einstiegsgeld muss nicht versteuert werden. Dagegen müssen Sie alle Einkünfte aus Ihrer selbständigen Tätigkeit als Einkommen angeben und versteuern! Im ALG II-Antrag müssen Ihre Einkünfte in der Rubrik "Einkünfte aus selbständiger Arbeit" eingetragen werden!

10.Kann-Regelung:
Wichtig: Beim Einstiegsgeld für Unternehmensgründer handelt es sich um eine so genannte Kann-Regelung. Das heißt, Sie haben keinen Rechtsanspruch auf diese Leistung, wie beispielsweise beim Überbrückungsgeld für die Ich-AG. Bitte beachten Sie, dass Ihr Anspruch auf Einstiegsgeld erlischt, wenn Sie nicht mehr hilfebedürftig sind oder wenn Ihre Einnahmen höher liegen als für die Bewilligung von Einstiegsgeld zulässig.