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Ein-Euro-Jobs ersetzen reguläre Beschäftigung PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Christian Häussler   
28.01.2007

IAB-Studie warnt vor einem Ausmaß „in nicht zu vernachlässigendem Umfang“

Ein-Euro-Jobs verdrängen reguläre Arbeitsplätze und werden oft missbräuchlich eingesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag in Nürnberg veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeits- und Berufsforschung (IAB). CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sprach sich in Berlin für eine Abschaffung der Ein-Euro-Jobs aus. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner, forderte mehr Kontrolle.

Der auf einer anonymisierten Arbeitgeberbefragung beruhenden Studie zufolge waren in vier Prozent der Einrichtungen, die Ein-Euro-Jobber beschäftigen, Personaleinsparungen die Folge. Hochgerechnet handele es sich um mehr als 2.000 Einrichtungen bundesweit, erklärte das zur Bundesagentur für Arbeit gehörende IAB und sprach von einem „nicht zu vernachlässigenden Umfang“. Allerdings lasse sich aus den bislang vorliegenden Daten nicht ableiten, wie viele Arbeitsplätze betroffen seien.

Die Ergebnisse würden jedoch Indizien dafür liefern, dass fast jede zweite Einrichtung ihre Ein-Euro-Jobber zumindest teilweise nicht nur im Sinne des Gesetzgebers, sondern beispielsweise auch für Überstundenabbau oder Krankheitsvertretungen einsetze, hieß es weiter. „Wenn Einrichtungen den Ein-Euro-Jobbern keine zusätzlichen Tätigkeiten übertragen, sondern Arbeiten der regulären Belegschaft“, könne dies längerfristig zum Personalabbau führen.

„Eine zu hundert Prozent öffentlich finanzierte Beschäftigung darf nicht dazu führen, dass reguläre Beschäftigung verringert und damit Arbeitslosigkeit erhöht wird“, schreiben die IAB-Forscherinnen Anja Kettner und Martina Rebien. Ein „Einzelfall-Monitoring“ der Ein-Euro-Jobber und ihrer Arbeitgeber könne Verdrängungseffekte minimieren.

CDU-Generalsekretär Pofalla forderte Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) auf, schnell zu reagieren und gemeinsam mit der Union „konstruktiv an echten Perspektiven für Arbeitslose zu arbeiten“. Arbeitsmarktinstrumente würden nur dann ihren Zweck erfüllen, wenn sie Menschen in Arbeit brächten. „Ein Arbeitsmarktinstrument wie die Ein-Euro-Jobs, das Arbeitsplätze vernichtet statt schafft, ist eine Zumutung für die Arbeitslosen, die Arbeitssuchenden und nicht zuletzt für alle Steuerzahler“, erklärte Pofalla. Ineffiziente Instrumente müssten durch sinnvolle ersetzt werden.

Brandner erklärte, überall wo es Missbrauch gebe, müsse dieser zurückgedrängt werden. „Die Studie zeigt deutlich, dass wir vor Ort unbedingt Beiräte mit den lokalen Akteuren brauchen, die bei der Entscheidung über den Einsatz von Arbeitsgelegenheiten eingebunden werden.“ Die Ergebnisse seien auch ein Beleg dafür, dass Kombilöhne ohne Mindestlöhne eine Einladung zur Selbstbedienung und „damit ein finanzpolitischer Wahnsinn wären.“

Wenig Chancen auf feste Übernahme

Wie es in der IAB-Studie weiter heißt, wurden im Rahmen der Erhebung rund 44 Prozent der Ein-Euro-Jobber als geeignet für ein reguläres Beschäftigungsverhältnis angesehen, 27 Prozent dagegen nicht. Bei 29 Prozent konnte noch keine Beurteilung abgegeben werden. Definitive Pläne für eine Festanstellung gebe es hingegen nur bei zwei Prozent der generell geeigneten Ein-Euro-Jobber. Bei fünf Prozent werde darüber nachgedacht, für 78 Prozent sei erklärt worden, es stünden keine Finanzmittel für eine Einstellung zur Verfügung.

Quelle: http://iab.de

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