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Vermittlungsvorschlägen und deren Auswüchse PDF Drucken E-Mail
Bewertung: / 4
SchlechtSehr gut 
Verfasst von Reiner Lorber   
12.06.2006
Es betrifft das Thema Stellenangebote von der ARGE vor Ort und deren Gebaren gegenüber Arbeitssuchenden (Kunden). Ich muß nur etwas ausholen um eine vollständiges Bild von dem zu generieren wie ich es seitdem im Kopf habe. Zunächst habe ich zwischenzeitlich eine Maßnahme (Name: QUAST - Qualifizierung arbeitsloser Schwerbehinderter Teilnehmer) besucht. Diese "Fortbildung" ist ein halbes Jahr gegangen und umfaßte hauptsächlich Lager-Tätigkeit in Verbindung mit kurzzeitigen Ausflügen in den Berufs-Bereich des Schreiners. Soweit war die Maßnahme in Ordnung zumal man außerdem auch etwas mehr Geld bekommen hatte als im ALG2 - Bezug (es waren ca. 250 Euro mehr). Es war ein super Betriebsklima, sehr kollegial und hat mir soweit Spaß gemacht. Nun ist eine kleine Episode gegen Ende der Maßnahme passiert, denn die ARGE hat mir eine Vermittlungsvorschlag gemacht, in die gleiche Maßnahme die im Anschluß an die gestartet wäre die ich besuchte. Leider ist daraus nix geworden, denn wie sich herausgestellt hatte, kann man scheinbar durch eine ominöse Regelung nicht an der gleichen Sache zweimal teilnehmen. Der Grund für das Nicht zustandekommen war auch noch das meine Sachbearbeiterin gewechselt hat und die scheinbar nicht gut genug in meine Akten eingewiesen worden war. Als kleine Randbemerkung möchte ich nur noch erwähnen das wir wohl einen Teilnehmer hatten der 2x die gleiche Maßnahme besuchen durfte. Nun aber zur zu letzt stattgefundenen Situation, denn ich darf wieder an einer Maßnahme (MOBIL - Motivation und Bildung Langzeitarbeitsloser) teilnehmen, soweit geht´s ja, aber die "Fortbildung" geht erstmal 1 Jahr - auch noch i.O. - und ist in der gleichen Firma wie ich zuvor ein halbes Jahr war.- das heißt ich muß höchstwahrscheinlich die gleiche Tätigkeit (zumindest ist es in der Beschreibung des Lehrgangs herauszulesen), und schon wieder aber, denn ich darf dort tätig werden in der Höhe des ALG2 (das bei mir 660 Euro ausmacht - davon gehen alleine für meine Wohnung 370 Euro komplett weg, außerdem noch einen Kredit in Höhe von ca. 90 Euro - den möchte ich nicht "strecken" wie es manche Bekannte vorgeschlagen haben, denn ich bin froh wenn ich ihn in 1,5 Jahren los bin) Ich habe bereits mit der "Fallmanagerin" darüber geredet, das ich mit dem Geld nicht meinen vollen Lebensunterhalt bestreiten kann. Sie sagte daraufhin das sie nichts dafür kann und für finanzielles ist sie ohnehin nicht zuständig und sie rückt nicht von der Vermittlung - die übrigens in die Eingliederungsvereinbarung eingetragen wurde ab. Das Schlimme an der ganzen Situation ist, das ich nicht mal die Möglichkeit hatte was dazu zu verdienen, denn der "Job" geht 38.5 Std. die Woche. Also bleibt mir das verwehrt, was die Regierungsleute immer lauthals verkündeten, das wer arbeitet auch genug zum Leben haben sollte. Vielleicht denkt sich ja der eine oder andere, was lamentiert denn der herum er soll doch froh sein das er was schaffen kann, außerdem geht es den Menschen in Hartz4 doch noch gut, zumindest besser als in der dritten Welt - was ja vielleicht stimmen mag, aber nicht vergleichbar ist, wegen der Lebenshaltungskosten. Was ich auch gehört habe ist das eine große Anzahl von "Mitbürgern" es voll richtig finden, das man für eine "Steuer-finanzierte Leistung" auch was arbeiten soll. Mir ging es jedenfalls nicht mehr so gut seit ich diese Vermittlung "reingedrückt" bekommen habe, ich hatte ganz einfach nicht genug Zeit vor meiner Zustimmung zu der Maßnahme, wenn ich zurückblicke. Nun ich habe diese Maßnahme erfolgreich herum gebracht, ging dann erstmal ins Krankenhaus wo ich eine Niere wegen eines Nieren-Tumors entfernt bekam. Bin erst jetzt im Juni wieder soweit hergestellt das ich mich stark genug fühle für eine Arbeit die aber nicht 8 Std. täglich sein sollte, sondern max. 6 Std. mit min. einer halben Std. Pause. Oder wenn die ARGE mir dumm kommt werde ich versuchen Rente zu beantragen, es haben mir schon einige Leute die ich gesprochen habe empfohlen zu machen, auch wenn´s nicht viel Geld einbringt (man kann angeblich einen Aufstockungsbetrag bei der ARGE dennoch beantragen, muß mich aber erst schlau machen), aber man ist quasi immun für Vermittlungsversuche. Aber wie gesagt ist nur die letzte Lösung wenn mir der Umgang zuviel wird.

Anzahl der Kommentare (2) - Diesen Artikel Kommentieren ...

Comments

Hallo Reiner! Da haben wir wohl alle unsere 'guten' Erfahrungen gemacht. Mein Mann bekommt ALG II, ich bin seit vielen Jahren im öffentlichen Dienst teilzeitbeschäftigt. Mein Gehalt wird natürlich angerechnet. Und: Ich mußte an die ARGE meine Bewerbungsunterlagen einreichen und mich jetzt um eine Vollzeit-Stelle irgendwo bemühen, sollte also meinen doch releativ sicheren Job im Falle eines Falles aufgeben. Und mich dann vielleicht ein paar Monate später auch auf dem Arbeitsamt zu melden. Zum Glück kann man sich doch auf die ARGE verlassen, denn Stellenangebote haben wir von denen noch nie gesehen. Und wenn ich ein Stellenangebot ablehne, wird natürlich das ALG II gestrichen. Aber die ziehen eh laufend alles mögliche und unmögliche ab.

Veröffentlicht von Petra Gambel, Am November 8, 2006 um 10:46

hallo reiner. bin gelernter industriekaufmann.zum thema qualifizierungsmassnahmen von der agentur vermittelt, kann ich nur schreiben: es hat sich in 25 jahren nichts geändert! haben immer viel geld gekostet und nichts gebracht. Beispiel: vor ca. 20 jahren wurde ich in eine 41A massnahme 'komplimentiert'. Inhalt: wege zur beruflichen neu- orientierung. Dauer: 6 wochen. was dort geschah: ich habe einen schlips gehäckelt, ein kissen genäht, in der schlosserei ein puzzle gehämmert, in der schreinerei ein solitär-spiel erarbeitet

Veröffentlicht von Mario Olivo, Am October 27, 2006 um 18:19

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