| Union geht Hartz-Kostenexplosion im Alleingang an |
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| Geschrieben von Christian Häussler | |
| 23.05.2006 | |
Die Union will die Kostenexplosion bei der Hartz- IV-Reform zunächst im Alleingang angehen. Im Gegensatz zur SPD sprach sich Unions-Fraktionschef Volker Kauder zudem für eine grundlegende Überarbeitung der Arbeitsmarktreform aus. Der CDU-Politiker kündigte am Dienstag an, die Union werde eine Arbeitsgruppe einsetzen, die bis Herbst Antworten auf den Anstieg der Kosten suchen solle. «Der Vollzug des Gesetzes muss deutlich verbessert werden, aber letztlich muss das ganze Gesetz auf den Prüfstand.» SPD-Fraktionschef Peter Struck hält eine Extra-Arbeitsgruppe der Union für unnötig. «Wir brauchen ein solches Verfahren nicht», sagte er in München. Es gebe bereits Prüfungen durch das Arbeitsministerium. Auch will Struck nicht an der Arbeitsmarktreform rütteln. «Es liegt nicht an den Gesetzen, sondern im Grunde an der Umsetzung der Gesetze.» Auch Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) lehnt zusätzliche Korrekturen über die beschlossenen Änderungen hinaus vorerst ab. Unterdessen drohte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mehreren säumigen Kommunen wegen hoher Außenstände mit dem Stopp von Miet- und Heizkostenzahlungen an Langzeitarbeitslose. Einige Städte und Kreise hätten sich geweigert, der Im Koalitionsvertrag hatten sich Die Landkreise verlangte Leistungskürzungen für ALG-II-Empfänger. Landkreistag-Präsident Hans Jörg Duppré sagte, die Kosten für Hartz IV liefen aus dem Ruder. «Hier muss das Leistungsrecht unbedingt zurückgeschnitten werden.» Auch die geplante Anhebung der Sozialhilfesätze im Osten auf Westniveau von 345 Euro monatlich sei mit den leeren Kassen der Landkreise nicht zu vereinbaren. Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert dagegen eine deutliche Anhebung der Regelsätze für Sozialhilfe und Müntefering lehnt eine Generalüberholung derzeit ab. Korrekturen seien bereits auf den Weg gebracht, deren Wirkung müsse aber zunächst abgewartet werden. Kritik an der Hartz-IV-Umsetzung kam zuletzt auch vom Bundesrechnungshof. Die von Arbeitsagenturen und kommunalen Sozialämtern gemeinsam betriebenen mehr als 356 Jobcenter sowie die 69 Optionskommunen prüfen nach Erkenntnissen des Rechnungshofes nicht ausreichend, ob Langzeitarbeitslose Anspruch auf staatliche Hilfen haben. Optionskommunen betreuen Arbeitslose in Eigenregie. Die BA macht «Konstruktionsmängel des Gesetzes» dafür verantwortlich. Verwaltungsratsvize Peter Clever verwies im WDR auf den «unqualifizierten Schnellschuss in einer Nachtsitzung des Vermittlungsausschusses» zwischen der früheren rot-grünen Bundesregierung und der Union, die den Bundesrat dominierte. Quelle: http://www.klamm.de/partner/unter_news.php?l_id=11&news_id=11755256 Diskutiere diesen Artikel in einem Forum. |
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