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Verbraucherschützer befürchten massive Preisaufschläge PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Sabrina   
19.05.2006
Studie ergibt: Handel will von Hamsterkäufen profitieren

Wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer befürchten die Verbraucherzentralen überdurchschnittliche Preisanstiege und Mitnahmeeffekte des Handels. "Es ist damit zu rechnen, dass es schon sehr bald zu vorgezogenen Preisaufschlägen kommt", sagte die Chefin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Edda Müller, der "Berliner Zeitung". Die Euro-Einführung 2002 habe gezeigt, dass der Handel bereits vor einer Umstellung Preise anhebe. Dies dürfe sich nicht wiederholen.

"Dies ist völlig ungerechtfertigt"

"Man muss sich schon sehr wundern, wie offen sich Handelsvertreter hinstellen und ein Vorziehen der Mehrwertsteuer ankündigen", kritisierte Müller. Die jüngsten Preiserhöhungen für viele Getränke-Einwegverpackungen seit der Umstellung des Dosenpfands Anfang Mai seien vermutlich schon ein Vorbote der Mehrwertsteuererhöhung. "Dies ist völlig ungerechtfertigt", betonte sie.

Als Beleg zitierte Müller eine Studie der Unternehmensberatung Sempora, die vor mehr als einem Monat vorgelegt worden war: Demnach rechnen Industrie und Handel in den kommenden Monaten mit Preisanhebungen. Grund dafür ist demnach, dass die Unternehmen von den erwarteten Hamsterkäufen im Vorfeld der Steuererhöhung profitieren wollen.

"Stern": Keine Hamsterkäufe in diesem Jahr

Dem jüngsten Verbraucherindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) von Ende April zufolge wollen die Konsumenten in nächster Zeit verstärkt größere Anschaffungen tätigen, um den Aufschlägen durch die Mehrwertsteuer im kommenden Jahr zu entgehen. Eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage der Zeitschrift ""Stern" kam dagegen zu dem Ergebnis, dass nur eine Minderheit von 13 Prozent der Deutschen größere Käufe wie Auto, Computer oder Möbel wegen der Mehrwertsteuer vorziehen will.

Erhöhung über Mehrwertsteueranstieg hinaus

Müller verwies zudem auf Äußerungen des Präsidenten des Deutschen Brauer-Bundes, Richard Weber. Dieser hatte Ende April gesagt, alle deutschen Brauereien hätten wegen der Mehrwertsteuererhöhung und gestiegener Transportkosten bereits die Preise erhöht.

Auch bei den Energiepreisen befürchten die Verbraucherzentralen wegen der Mehrwertsteuer neue Preissteigerungen: "Die Energiebranche wird dankbar sein, ein weiteres Argument vorweisen zu können, um die Energiepreise aus Gründen, die nicht von der Branche zu verantworten sind, weiter anheben zu können", sagte Müller. Bei vielen Produkten würden die Aufschläge deutlich über die Mehrwertsteuererhöhung von drei Prozentpunkten hinaus gehen. Die Kunden rief Müller zu Preissensibilität auf. Sie könnten mit ihrem Kaufverhalten Druck auf Handel und Industrie ausüben.

Quelle: go/AP/AFP

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Letzte Aktualisierung ( 21.05.2006 )
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