An der Fröbelschule in Wattenscheid kennen sich die Kinder mit Hartz IV besser aus als mit Geometrie. Zwei Drittel der Eltern leben von Arbeitslosengeld, im letzten Jahr hat kein Schüler aus dem Abschlussjahrgang eine Lehrstelle bekommen. Daraus hat der Direktor eine Konsequenz gezogen: 'Ich bereite meine Schüler auf das vor, was sie nach der Schule erwartet - die Arbeitslosigkeit'.
Wie suche ich als Hartz IV-Empfänger eine Wohnung? Wie komme ich an den Ein-Euro-Job? Was fange ich mit der ganzen Freizeit an? Die Schüler malen Hartz IV-Wohnungen mit Kreide auf den Schulhof und überlegen schon mal, worauf sie bei so wenig Platz verzichten würden.
Ein Schuljahr, drei Schülerinnen: Andrea ist 17 und wollte mal irgendwann Krankenschwester werden. Dass das nicht klappen wird, ist ihr inzwischen klar. Dafür hat sie in ihrem letzten Schuljahr gelernt, wie man am besten mit 345 Euro im Monat auskommt. Mit ihrem Abschluss meldet sie sich erstmal beim Arbeitsamt. Laura und Jasmin gehen in die achte Klasse. Sie kommen selten vor zehn Uhr in die Schule - 'Mittagschicht' nennen sie das. 'Auf die Fröbelschule kommt man, wenn man zu Hause Stress hat und dann Scheiße baut', sagen sie, 'intelligent oder nicht - das ist egal.' Michelle ist die Jüngste, 11 Jahre alt, und seit der dritten Klasse auf der Fröbelschule. Michelle wird hier komplett versorgt. Sie isst mittags die Suppe von der Wattenscheider Tafel. Viele Kinder kommen ohne Frühstück zur Schule. Bei so vielen Problemen bleibt der reguläre Lehrplan oft auf der Strecke.
Klassenziel: Hartz IV. Ein Film über Kinder, die zu Hause wenig haben und in der Schule darauf vorbereitet werden, die Probleme ihrer Eltern zu erben.