Hallo zusammen,
ich stecke derzeit in einer sehr verzwickten Lage und würde mich riesig freuen, hier ein paar Tips und Ratschläge zu bekommen.
Ich arbeite seit 12 Jahren als Hauswirtschafterin in einem Privathaushalt. Nachdem der Mann des älteren Ehepaars letztes Jahr verstorben ist, wird seine Frau zunehmend verwirrter (ist bereits 86). Leider weigert sie sich, eine zusätzliche Kraft einzustellen, die die Pflege übernehmen könnte, so dass ich eigentlich mittlerweile seit Monaten eher als Altenpflegerin als als Hauswirtschafterin tätig war. Das Problem ist halt, dass ich mir das so nicht ausgesucht habe und mit der Situation immer weniger zurecht komme (z.B. mit der Tatsache, dass ich sie mittlerweile auch sauber machen muss, den Gerüchen, etc.). Außerdem verlangt sie, dass ich auch Samstags komme (ohne Freizeitausgleich in der Woche). Mittlerweile geht mir das alles so an die Substanz, dass ich selbst kündigen möchte. Das Problem an der Sache ist nur, dass ich von Anfang an keinen schriftlichen Arbeitsvertrag hatte und nun nicht weiss, welche Kündigungsfristen gelten.
Zusätzlich kompliziert wird das ganze noch dadurch, dass mich die alte Dame dann heute vormittag (nachdem ich ihr sagte, dass ich vorhätte zu kündigen) aus dem Haus geworfen hat, mit den Worten "sie wolle mich jetzt nicht mehr sehen". Musste auch den Hausschlüssel abgeben. Mir schriftlich zu kündigen (was die Sache ja deutlich vereinfachen würde, von wegen Sperrzeit beim Arbeitsamt bei Eigenkündigung o.ä.) lehnt sie kategorisch ab, denn sie will mich anscheinend am Boden sehen (ihre Worte "du wirst schon noch sehen, wie du eines Tages in der Gosse landest"). Leider weiss ich nun überhaupt nicht mehr, wie ich mich verhalten soll. Zwar stimmt es ja, dass ich ohnehin selbst vorhatte, zu kündigen, und auch sehr dankbar wäre, irgendwie an einer längeren Kündigungsfrist vorbei zu kommen (da ich durch die ganze Situation gesundheitlich sehr angegriffen bin und mir auch meine Hausärztin geraten hat, das Arbeitsverhältnis notfalls selbst zu kündigen, da es mir zu sehr an die Substanz geht), aber so einfach aus dem Haus werfen geht ja auch nicht. Habe schon im Hinterkopf, dass ich vielleicht Ende des Monats noch nicht mal mehr meinen Lohn bekomme, und diese Wild-West-Methoden können ja auch nicht angehen. Eine Rechtschutzversicherung habe ich leider nicht, sonst wäre ich schon zur Beratung beim Anwalt gewesen. Weiss nun nicht, ob ich das überhaupt ernst nehmen soll, ob ich morgen nach dem Besuch beim Arbeitsamt überhaupt noch mal zur Arbeit fahren soll, um ihr zu zeigen, dass ich ihr Verhalten
so nicht akzeptiere.
Wäre sehr dankbar, wenn jemand ein paar Tips hätte, wie ich aus der ganzen Misere am besten raus komme,
Ratlose Grüße,
Doris
