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Warmwasser und Zwangsumzug
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THEMA: Warmwasser und Zwangsumzug
#579
Warmwasser und Zwangsumzug vor 12 Jahren  
Liebe Leserinnen und Leser des Forums,
gestern waren wir, das heißt mein arbeitsloser Mann und ich (ebenfalls arbeitslos) im Rhein-Main-Jobcenter in der Leistungsabteilung und durften uns unter anderem anhören, dass Warmwasser für ALG-II-Empfänger nicht übernommen wird. Auf meinen Kommentar hin, ob Arbeitlose denn kalt zu duschen hätten, schwieg die Sachbearbeiterin und verkrümelte sich hinter ihre Computer.



Wir gehören ebenfalls zu den 100 000, die in der BRD sich eine günstigere Wohnung - in unserer Gemeinde praktisch ca. 350 - 460 Euro Kaltmiete für 55 - 60 m2 - suchen sollen. Derzeit zahlen wir 521 Euro inklusive Nebenkosten plus 133 Euro für Heizkosten und Strom als Abschlag. Sicher, dies ist viel. Aber der Knüller ist, daß das Rhein-Main-Jobcenter nur die Kosten für die Mietkaution als Darlehen! sowie die Kosten für das Umzugsauto übernimmt. Jeder weiß, mit wieviel tatsächlichen Kosten ein Umzug verbunden ist: Maklergebühren, Umzugskartons, Kosten für die Verpflegung mithelfender Freunde, die einfach vorausgesetzt werden, denn eine Umzugsfirma wird auch nicht bezahlt, 100 Euro Kosten für die Ummeldung des Telefons, eventuell zu zahlender Abstand, Renovierung der Wohnungen etc. Der Arbeitslsoe mit seinen 345 Euro pro Person kann also damit rechnen, dass er mal locker 300 Euro Kosten - wenn dies reicht - selbst aufzubringen hat. Wie er das macht, ob er Schulden irgendwo machen muss o.ä. dies interessiert das umzugsfreudige Rhein-Main-Jobcenter leider nicht. Auch der Hinweis darauf, dass mein Mann an Osteoporose leidet und schon deshalb keinen Umzug bewältigen kann, interessierte niemanden. Es liegt eben im berühmten Ermessen des Sachbearbeiters, was übernommen wird. Und sogar Rollstuhlfahrer - sofern ihre Miete über 15 % über den angemessenen Kosten liegt - müssen umziehen. Ein Widerspruch gegen diesen Bescheid ist mit ziemlichen Risiken verbunden, da nämlich dann der ganz Vorgang monatelang einfach herumliegt und man auch Angst haben muss, dass man in dieser Zeit keine Leistung bekommt, da der ganze Sachverhalt überprüft wird. Dies hatte ich schon einmal erlebt als ein Mitarbeiter der Hartz-IV-Hotline für mich einen Widerspruch schrieb und ihn an die zuständige Stelle schickte,ohne dass ich dies definitiv wußte. Ich hatte mich lediglich über eine Situation dort beschwert. Dann kam wochenlang kein Bescheid über die Fortzahlung und auch kein Geld, so dass ich in wirklich letzter Minute den Widerspruch zurücknehmen mußte, damit überhaupt etwas kommt. Von daher widerspreche ich lieber nicht.
Beim anschließenden Besuch beim Arbeitsvermittler erlebte ich auch wieder mit welch unrealistischen Vorstellungen diese Leute schwerbehinderte Arbeitssuchende abspeisen. Ich leide an körperlichen und psychischen Erkrankungen und bin zu 80 schwerbehindert und durfte mir anhören, dass ich meine Erkrankungen gar nicht sagen müßte. Sagen muss ich jedoch beim Vorstellungsgespräch, dass ich schwerbehindert bin. Dann ist es menschlich völlig natürlich, dass mein Gegenüber mich fragt, welche Schwerbehinderung ich denn nun habe. Schließlich will er ja nicht die Katze im Sack kaufen. Wenn ich ihm dann nun ehrlich antworte kann ich davon ausgehen nicht genommen zu werden. Andererseits nimmt er mich aber auch nicht, wenn ich es verschweige bzw. abweichend antworte. Es ist schon ziemlich verzwickt. Ach ja, abschließend wäre noch zu erwähnen, dass selbständige Arbeitslose, die einer Beschäftigung unter 15 Stunden nachgehen (auch dies gibt es) nur solche betriebsbedingten Kosten absetzen können, die sie nicht auch privat nutzen können. So habe ich versucht einen DVD-Brenner, diverses Computerzubehör und Büromaterial als nichtanzurechnendes Einkommen geltend zu machen und bin hinten runter gefallen. Denn die Sachbearbeiterin entgegnete mir, dass ich all dies auch privat nutzen könnte. So kann man sagen, dass sich die Gründung einer kleinen Firma im Nebenerwerb für Arbeitslose überhaupt nicht lohnt, da nämlich man nur 10 % des Einkommens behalten darf plus einem Freibetrag von 45 Euro pro Monat. Das heißt von 100 Euro, die ich verdient habe, darf ich 10 behalten plus 45 Euro pro Monat. Ob sich das für jemanden rechnet muss jeder selbst entscheiden. Jedenfalls dürfen abhängig Beschäftigte 100 Euro für sich behalten plus 20 % des restlichen Verdienstes. Damit wäre man bei einem 400 Euro Job bei ca. 180 Euro und ich dürfte gerade mal 85 Euro behalten, wenn ich denn 400 eingenommen hätte. Naja, wie schon ein Mitarbeiter der Hartz-IV-Hotline sagte: Mit Gerechtigkeit hat Hartz IV nichts zu tun! In diesem Sinne, danke für das Lesen meines Beitrages.
Liebe Grüße
Waldfee;)
Waldfee

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