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Frage zum Vermittlungsgutschein
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Fragen & Probleme
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THEMA: Frage zum Vermittlungsgutschein
#13465
Frage zum Vermittlungsgutschein vor 10 Jahren, 6 Monaten Karma: 0
Vor über einer Woche stieß ich in meinestadt.de auf ein Stellenangebot einer Arbeitsvermittlerin für eine Vollzeitstelle.Mit dieser nahm ich auch sofort Kontakt auf,wie auch mit meiner Arbeitsvermittlerin bei der ARGE wegen des Vermittlungsgutscheins.Diese wollte mir den Vermittlungsgutschein aber erst aushändigen,wenn von der privaten Arbeitsvermittlerin ein "konkretes" Angebot vorliegt.Daraufhin schickte ich ihr das Stellenangebot,sowie eine schriftliche Bestätigung der Arbeitsvermittlerin das sie zunächst mit einer Kopie des Vermittlungsgutscheins einverstanden wäre.Das Original bräuchte ich erst einlösen,wenn es tatsächlich zu einer Vermittlung kommt.

Die Arbeitsvermittlerin von der ARGE schrieb mir darauf wieder zurück,das sie mir nur einen Gutschein ausstellt,wenn ein "konkretes" Angebot vorliegt.Nun bin ich völlig ratlos, und stehe immer noch ohne Vermittlungsgutschein da.(Falls ich diesen,wenn überhaupt bekomme,muß ich dafür erst einen Termin mit ihr vereinbaren,darum bevorzugte ich erst mal den mail-Kontakt).
Was ist mit einem konkretem Arbeitsangebot gemeint?
War das was ich vorweisen konnte dafür nicht "konkret" genug??
Und ist die ARGE nicht dazu verpflichtet mir einen Vermittlungsgutschein auszuhändigen mit dem ich dann selbständig verschiedene Arbeitsvermittler aufsuchen kann?

Es wäre einfach nur gut für mich darüber besser Bescheid zu wissen, bevor ich den Termin mit der Arbeitsberaterin bei der Arge ausmache..

<br><br>Post ge&auml;ndert von: Kimmi72, am: 15/05/2007 13:29
Kimmi72
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#13471
Re: Frage zum Vermittlungsgutschein vor 10 Jahren, 6 Monaten Karma: -6
Hallo Kimmi,

deine Arbeitsvermittlerin ziert sich vermutlich aufgrund vieler negativer Erfahrungen mit diesen Vermittlungsgutscheinen (die Betrugsrate ist riesig!!!). Trotzdem hast du eigentlich einen Anspruch auf einen Vermittlungsgutschein, wenn du länger als 6 Wochen arbeitslos bist!
Bleib also hartnäckig und schalte gegebenenfalls einen Mitarbeiter einer Beratungsstelle ein (Caritas, Diakonie usw.)! Unten hab ich dir den Originaltext des SGBIII reinkopiert, in dem die Regelung zum Vermittlungsgutschein steht.
Zwar steht im ersten Satz, dass man &quot;Anspruch auf Arbeitslosengeld&quot; haben muss, jedoch ist die Regelung analog auf AlgII-Bezieher anzuwenden. Du hast keinen Rechtsanspruch, sondern der Vermittlungsgutschein ist eine Ermessensleistung. Hier der Text der Handlungsanweisung der BA, aus dem klar hervorgeht, dass auch für AlgII-Empfänger grundsätzlich ein VGS ausgestellt werden soll:

Welche Besonderheiten gibt es für Arbeitslosengeld II-Anspruchsberechtigte?
Nach dem Vierten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt vom 24.12.2003 (&quot;Hartz IV&quot;) haben Personen mit Anspruch auf Arbeitslosengeld II keinen Rechtsanspruch auf die Ausstellung eines Vermittlungsgutscheins. Die Ausstellung eines Vermittlungsgutscheines als Leistung zur Eingliederung in Arbeit liegt vielmehr im pflichtgemäßen Ermessen der Agentur für Arbeit (§ 16 Abs. 1 SGB II); die in § 421g SGB III genannten Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Die Zentrale der Bundesagentur für Arbeit hat den Agenturen für Arbeit empfohlen, grundsätzlich einen Vermittlungsgutschein auszustellen.


Und hier der Text aus dem SGBIII:

SGB III § 421g Vermittlungsgutschein
(1) Arbeitnehmer, die Anspruch auf Arbeitslosengeld haben und nach einer Arbeitslosigkeit von sechs Wochen innerhalb einer Frist von drei Monaten noch nicht vermittelt sind, oder die eine Beschäftigung ausüben oder zuletzt ausgeübt haben, die als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme oder als Strukturanpassungsmaßnahme nach dem Sechsten Abschnitt des Sechsten Kapitels gefördert wird oder wurde, haben Anspruch auf einen Vermittlungsgutschein. Die Frist geht dem Tag der Antragstellung auf einen Vermittlungsgutschein unmittelbar voraus. In die Frist werden Zeiten nicht eingerechnet, in denen der Arbeitnehmer an Maßnahmen der Eignungsfeststellung und Trainingsmaßnahmen nach dem Zweiten Abschnitt des Vierten Kapitels sowie an Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung nach dem Sechsten Abschnitt des Vierten Kapitels teilgenommen hat. Mit dem Vermittlungsgutschein verpflichtet sich die Agentur für Arbeit, den Vergütungsanspruch eines vom Arbeitnehmer eingeschalteten Vermittlers, der den Arbeitnehmer in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung mit einer Arbeitszeit von mindestens 15 Stunden wöchentlich vermittelt hat, nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen zu erfüllen. Der Vermittlungsgutschein gilt für einen Zeitraum von jeweils drei Monaten.

(2) Der Vermittlungsgutschein, einschließlich der darauf entfallenden gesetzlichen Umsatzsteuer, wird in Höhe von 2.000 Euro ausgestellt. Die Vergütung wird in Höhe von 1.000 Euro nach einer sechswöchigen und der Restbetrag nach einer sechsmonatigen Dauer des Beschäftigungsverhältnisses gezahlt. Die Leistung wird unmittelbar an den Vermittler gezahlt.

(3) Die Zahlung der Vergütung ist ausgeschlossen, wenn

1.der Vermittler von der Agentur für Arbeit mit der Vermittlung des Arbeitnehmers beauftragt ist,
2.die Einstellung bei einem früheren Arbeitgeber erfolgt ist, bei dem der Arbeitnehmer während der letzten vier Jahre vor der Arbeitslosmeldung mehr als drei Monate lang versicherungspflichtig beschäftigt war; dies gilt nicht, wenn es sich um die befristete Beschäftigung besonders betroffener schwerbehinderter Menschen handelt,
3.das Beschäftigungsverhältnis von vornherein auf eine Dauer von weniger als drei Monaten begrenzt ist oder
4.der Vermittler nicht nachweist, dass er die Arbeitsvermittlung als Gegenstand seines Gewerbes angezeigt hat oder nach den gesetzlichen Regelungen zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben beteiligt worden ist.
(4) Anspruch auf einen Vermittlungsgutschein besteht längstens bis zum 31. Dezember 2007. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen durch Rechtsverordnung die Dauer der Arbeitslosigkeit, die für den Anspruch maßgeblich ist, heraufzusetzen und die Höhe des Vermittlungsgutscheines abweichend festzulegen.


Also ist Fakt: Du kannst deine BA-Vermittlerin nicht direkt ZWINGEN, dir einen VGS auszustellen, aber mit etwas Überredungskunst ist vielleicht schon geholfen.

LG Bergmännchen
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#13473
Re: Frage zum Vermittlungsgutschein vor 10 Jahren, 6 Monaten Karma: 0
Hallo Bergmännchen,
erst mal vielen Dank für deine ausführliche Antwort und die Kopie der Gesetzestexte.Damit ist mir schon mal etwas weiter geholfen. Jetzt muß ich nur noch rauskriegen was genau meine Arge-Beraterin unter einem konkretem Arbeitsangebot versteht. Morgen weiß ich vielleicht schon mehr..LG Kimmi
Kimmi72
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