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Schwanger trotz Arbeitslosigkeit (U25)
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Familie
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THEMA: Schwanger trotz Arbeitslosigkeit (U25)
#14983
Schwanger trotz Arbeitslosigkeit (U25) vor 9 Jahren, 11 Monaten Karma: 1
Hallo!

Ich bin 22 Jahre und grade im letzten Jahr meiner Ausbildung. Die ersten beiden Jahre waren schulisch, das letzt ist praktisch mit geringem Verdienst (ca. 900 Euro netto).
Mein Freund ist 24 und hat seit zwei Monaten endlich einen unbefristeten Vertrag.

Da in meinem Beruf die Chancen sehr schlecht stehen, kann ich davon ausgehen, dass ich im August, 08 nach der Ausbildung, arbeitslos werde. Allerdings möchten wir sehr gerne ein Kind und im Juni 08 schonmal üben.
Im Oktober 08 würden wir heiraten wollen.

Ich mache mir wegen des Geldes allerdings ganz schöne Sorgen.
Was steht mir bei während der Schwangerschaft zu? Und wieviel Geld bekomme ich danach, wenn das Kind da ist?
Ein Jahr nach der Geburt würde ich sehr gerne beim Kind bleiben wollen. Danach würde ich bis zum Kindergarteneintritt einen 400 Euro Job annehmen wollen, um noch genügend Zeit für das Kind zu haben. Würde dieser Minijob angerechnet werden, oder hätte ich dann tatsächlich ALG + Kindergeld + 400 Euro?

Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir helfen würdet.

Lieben Gruß
kadine
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#14984
Re: Schwanger trotz Arbeitslosigkeit (U25) vor 9 Jahren, 11 Monaten Karma: 15
Wichtig ist bei deiner Frage zu wissen, was dein Freund verdient und ob ihr zusammenwohnt.

Mehrbedarf für Schwangere

Schon während der Schwangerschaft gibt es nach der zwölften Woche einen Mehrbedarf. Dieser beträgt 17 Prozent der Regelleistung. (§ 21 II SGB II)

Eine alleinstehende Schwangere erhält also ab der dreizehnten Schwangerschaftswoche zusätzlich zur Warmmiete nicht 345 €, sondern 345 € + 59 € = 404 €.
(Die krumme Zahl wird hier aufgerundet, § 41 II SGB II.)

Eine Schwangere in Bedarfsgemeinschaft erhält normalerweise nur 90 % der Regelleistung, also (aufgerundet) 311 €. Der Mehrbedarf beträgt dann nur (wieder aufgerundet) 53 €.
Genauer: Erstausstattung

Zusätzlich gibt es noch einmalige Zahlungen für die Erstausstattung.
Juristisch gesehen besteht die Erstausstattung aus drei Teilen:

* Bekleidung für Schwangerschaft und Geburt, (§ 23 III, Nr. 2 SGB II)
* Erstausstattung für Bekleidung für das Neugeborene, (§ 23 III, Nr. 2 SGB II)
* Erstausstattung für die Wohnung für den neuen Erdenbürger, weil der ja vorher keine Wohnung hatte. Damit sind Wickeltisch, Kinderwagen usw. gemeint. (§ 23 III, Nr. 1 SGB II, vgl. auch Entscheidung des SG Hamburg)

Laut Wissensdatenbank der Arbeitsagentur soll für das zweite Kind weniger bezahlt werden als für das erste, weil man davon ausgeht, dass noch Sachen wiederverwendet können. (Gilt nicht, wenn zwischen den Geburten mindestens drei Jahre liegen. Dann bekommt man den kompletten Satz.)

In der Wissensdatenbank steht auch, dass die Höhe der Zahlung sich an der Höhe orientieren soll, die das Sozialamt in der jeweiligen Stadt bezahlt. Deshalb funktioniert das mit der Erstausstattung in jeder Stadt anders.
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#14987
Re: Schwanger trotz Arbeitslosigkeit (U25) vor 9 Jahren, 11 Monaten Karma: 1
Danke für die konkreten Infos.
Ja, mein Freund und ich wohnen zusammen. Er verdient etwa 1700 Euro (netto ca 1200).

Aber ganz so viel Geld ist das ja nicht... oder?
Kennt jemand von euch so eine Situation oder war/ist selber betroffen? Vielleicht könntet ihr mir ja sagen, ob wir mit dem Geld zurecht kommen.
kadine
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#14988
Re: Schwanger trotz Arbeitslosigkeit (U25) vor 9 Jahren, 11 Monaten Karma: 15
ALG II gibt es nur bei Bedürftigkeit und ich denke nicht, dass dir ALG II zusteht (meine nächstes Jahr, Kind und Heirat)

Grundsätzlich ist Kindergeld, das für zur BG gehörende Kinder gezahlt wird, Einkommen der Kinder, soweit es für die Sicherung ihres Lebensunterhalts benötigt wird (§ 11 Abs. 1 S. 3 SGB II).

Ob es in deiner Situation sinnvoll ist, ALG zu beziehen kann ich nicht sagen. Dein Freund bezieht 1200 € netto und das Mutterschaftsgeld gilt als Einnahme bei ALG II. Seit ihr später verheiratet bekommt dein Mann auch mehr Gehalt.

Mutterschaftsgeld, das vor der Geburt des Kindes gezahlt wird, ist kein privilegiertes Einkommen im Sinne des § 11 Abs. 3 SGB II. Folglich ist es auf die Leistungen anzurechnen.

Nach der Geburt kann Erziehungsgeld beantragt werden. Erziehungsgeld ist privilegiertes Einkommen (vgl. Hinweise zu § 11, Rz. 11.35). Da das Mutterschaftsgeld auf das Erziehungsgeld angerechnet wird, ist das Mutterschaftsgeld in der Höhe, in der es auf das Erziehungsgeld angerechnet wurde, ebenfalls privilegiertes Einkommen. Das gilt entsprechend für das Elterngeld, das ab dem 01.01.2007 das Erziehungsgeld ablöst.Werdende Mütter, die Sozialgeld oder ausschließlich Alg II beziehen, haben regelmäßig keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld.
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