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Beschäftigungsvertrag & Arbeitsklamotten
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Ein-Euro-Jobs
Zum Ende gehenSeite: 123
THEMA: Beschäftigungsvertrag & Arbeitsklamotten
#4733
Re: Beschäftigungsvertrag & Arbeitsklamotten vor 11 Jahren, 8 Monaten  
Hi
also: die Arbeiten, die du in dieser Einrichtung ausführst sind absolut nicht im Sinne des 1 Euro Jobs.
Arbeitssicherheitsschuhe hat die Einrichtung zu stellen.
Du brauchst und darfst diese Arbeiten sogar gar nicht ausführen!!!!
Melde Einrichtung und Mißbrauch umgehend dem DGB. Dieser ist die ordnungsgemäße Einsetzung der 1 Euro Jobber zuständig.(Deutscher Gewerkschaftsbund)
Es entstehen dir keine Nachteile!
Die Gesetzgebung regelt nämlich ganz genau den Einsatz als 1 Euro Jobber, auch wenn viele (gerade "soziale" Einrichtungen) dies mehr als gut mißbrauchen!

mfg Kittie
Kittie

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#4771
Re: Beschäftigungsvertrag & Arbeitsklamotten vor 11 Jahren, 8 Monaten Karma: 1
Ein-Euro-Jobs
Informationen zu rechtlichen Grundlagen und Durchführungsbestimmungen für Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigung für Mehraufwendungen
Empfehlungen zum Vorgehen bei "Ein Euro" Bescheid
Widerspruch gegen "1-€-Job"
Ein Euro Jobs - Fakten, Chancen, Risiken
Fakten "Ein Euro Jobs"
Checkliste: Bewertung Ein Euro Jobs
Hinweise und Handlungsmöglichkeiten für Träger und Gremien
Informationen zu rechtlichen Grundlagen und Durchführungsbestimmungen für Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigung für Mehraufwendungen
In den Diskussionen um die Hartz IV-Gesetze wird oft die Meinung vertreten, daß jede/r Bezieher/in von Arbeitslosengeld II (ALG II) einen 1-€-Job annehmen müsse. Sozusagen müsse als ‚Gegenleistung’ für den Bezug von ALG II ein Dienst für die Gemeinschaft erbracht werden.
Kanzler Schröder formuliert es so:’ Wer eine Leistung bekommt, von dem darf auch eine Gegenleistung verlangt werden’. Schon die Abschnittsüberschrift ‚Leistungen zur Eingliederung in Arbeit’ des dritten Kapitels im
Sozialgesetzbuch – Zweites Buch (SGB II) sagt etwas anderes. Selbst die Bundesagentur für Arbeit (BA) irrt, wenn sie die Annahme einer Arbeitsgelegenheit (nach §2 SGB II) als ‚Mitwirkungsbeitrag des Hilfeempfängers zur Reduzierung seiner Hilfebedürftigkeit’ interpretiert. Der § 2 weist lediglich auf die Verpflichtung der Erwerbslosen hin, sich vorrangig und eigenverantwortlich um die Beendigung seiner Erwerbslosigkeit zu bemühen. So ist auch nicht von ‚angeordneten’ sondern von ‚angebotenen’ Arbeitsgelegenheiten die Rede.
Die Gesetzesgrundlage dieser 1-€-Jobs (korrekt muß es heißen „Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigung für Mehraufwendungen“) ist der § 16 Abs. 3 des Sozialgesetzbuches (SGB) Teil 2 in der letzten Fassung vom 21.3.2005.
Herausgegeben vom Theoriearbeitskreis des Verbundes der Bildungsstätten und Tagungshäuser im Wendland (Mai 2005)
PDF zum Download
Empfehlungen zum Vorgehen bei "Ein Euro" Bescheid
Der Heranziehungsbescheid zur MAE muss inhaltlich hinreichend bestimmt sein
(§ 33 SGB X) und mindestens folgendes beinhalten: Erlassende Behörde, durchführenden Träger, Beschreibung der Tätigkeit, Arbeitsort, Arbeits-Zeiten, Gesamtdauer der Maßnahme und die Höhe der Aufwandsentschädigung.
Was tun, wenn Arbeitslose eine unzulässige oder zweifelhafte Zuweisung in MAE erhalten?
o Umgehend Gespräch mit dem Vermittler suchen (oder schreiben): vorrangige Hilfen analog SGB III einfordern, Erforderlichkeit kritisch hinterfragen (Wie soll es nach der MAE weiter gehen?), schriftliche Begründung für die Erforderlichkeit aus Sicht des Amtes einfordern.
· Herausfinden, ob es in der Einsatzstelle einen Betriebsrat gibt und Kontakt aufnehmen (wichtig zur Prüfung der "Zusätzlichkeit" der MAE); ersatzweise an die zuständige Gewerkschaft wenden.
· Wenn das Amt an der Zuweisung festhält: Widerspruch einlegen! In der Begründung die fehlende "Erforderlichkeit" darlegen, ggf. auch die fehlende "Zusätzlichkeit".
· Gleichzeitig einen "Antrag auf Aussetzung der sofortigen Vollziehung" der Zuweisung stellen (weil der Widerspruch keine aufschiebende Wirkung hat).
· Solange der "Antrag auf Aussetzung" nicht positiv beschiede wurde, die MAE "erst einmal" antreten (da ansonsten auch bei rechtswidrigen Zuweisungen die Regelleistung um 30% gekürzt wird!
· Während der MAE ein Tagebuch führen: Welche Tätigkeiten mussten ausgeführt werden? Wie wurde konkret qualifiziert? Was hat man gelernt - oder eben auch nicht?
Quelle: A-Info März 2005

Widerspruch gegen "1-€-Job"
Der Beispieltext muss jeweils an den konkreten Fall angepasst werden.
Widerspruch gegen Ihren Bescheid vom .......................................................
Sehr geehrte Damen und Herren!
Gegen Ihren Heranziehungsbescheid zu einer Arbeitsgelegenheit nach § 16 Abs. 3 SGB II vom ..................................... mir zugegangen am ..................................... lege ich hiermit WIDERSPRUCH ein.
Begründung:
Arbeitgelegenheiten nach § 16 Abs. 3 SGB II sind nachrangig gegenüber anderen Eingliederungshilfen. Seit dem Inkrafttreten des SGB II wurden mir aber noch keine anderen Hilfen wie etwa Weiterbildungsmaßnahmen angeboten. Stellenangebote in reguläre Arbeit habe ich auch nicht erhalten. Arbeitsgelegenheiten sind nach SGB II vorgesehen für " Hilfebedürftige, die keine Arbeit finden können" (§16 Abs. 3 S. 1 SGB II). Seit Inkrafttreten des SGB II wurde mir nicht ausreichend Zeit eingeräumt, um über Eigenbemühungen eine reguläre Arbeit finden zu können.
Arbeitsgelegenheiten sind Eingliederungsleistungen und somit nur zulässig, soweit sie erforderlich sind (§ 3 Abs. 1 SGB II). Die von mir geforderten Tätigkeiten [hier konkret beschreiben] erhöhen aber nicht meine Chancen auf Eingliederung in Arbeit. Ich verfüge bereits über entsprechende [bzw. höherwertige] Kenntnisse, Erfahrungen und Qualifikationen [hier konkret benennen].
Ein Training meiner Beschäftigungsfähigkeit ist ebenfalls nicht erforderlich. [durch Aktivitäten belegen, z. B: Durch meine zuverlässige und gewissenhafte ehrenamtliche Tätigkeit bei.... bin ich mit den allgemeinen Anforderungen einer Erwerbsarbeit vertraut und diesen gewachsen.] Darüber hinaus bestehen Bedenken, ob die Arbeitsgelegenheiten nach § 16 Abs. 3 SGB II in Verbindung mit den Sanktionen mit dem Verbot von Zwangsarbeit kollidiert, "wenn die Arbeitskraft nicht zu marktnahen Bedingungen eingesetzt werden soll" - so Prof. Uwe Berlit, Richter am Bundesverwaltungsgericht, in "info also" 5/2003, S. 206".
Ich beantrage daher die Heranziehung zu einer Arbeitsgelegenheit zurückzunehmen und mir eine geeignete Eingliederungsleistung anzubieten.
Mit freundlichen Grüßen
....................................... [Datum] ....................................... (Unterschrift]
Quelle: A-Info März 05

Ein Euro Jobs - Fakten, Chancen, Risiken
Hartz IV ist Geschichte. Und Alltag für Millionen.
Arbeit Suchende, von Arbeitslosigkeit Bedrohte, Unternehmer, Agenturen für Arbeit, Sozialverbände, Gewerkschaften: Auf unterschiedliche Art und aus verschiedenen Interessen suchen Betroffene Orientierung und Information in einem schier unüberschaubaren Wust von Paragrafen, Verordnungen, Erlassen.
Aktuell auf der Agenda und immer mehr an Bedeutung gewinnend: Die "Ein Euro Jobs".
Einigkeit herrscht bei allen Beteiligten darüber, dass "Ein Euro Jobs" keinesfalls reguläre "Normal" Arbeitsplätze vernichten dürfen.
Aber was verbirgt sich hinter diesem plakativen Begriff, der momentan in aller öffentlichen Diskussion ist? Wo liegen die Chancen und die Risiken?
HALZ bringt Licht ins Halbdunkel von "Ein Euro": Grundlegende Fakten, eine Checkliste zur Beurteilung dieser Jobs und Hinweise speziell für Träger und Gremien.
HALZ hat's …
Klaus-Dieter Gleitze, Januar 05
© HALZ
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Fakten "Ein Euro Jobs"
"Ein Euro Jobs" = öffentlich geförderte Beschäftigung mit Mehraufwandsentschädigung für Alg II EmpfängerInnen
(nach § 16 SGB II; ab 01.01.05 Pflichtarbeit)
Die Ausgestaltung von "Ein Euro Jobs" ist von Region zu Region unterschiedlich.
Allgemeines
· Pflichtarbeit; kein Arbeitsverhältnis im Sinne des Arbeitsrechts, sondern nicht-versicherungspflichtige Beschäftigung im Sozialrechtsverhältnis.
Arbeitnehmer erhält zusätzlich zu Alg II "angemessene" Mehraufwandentschädigung
· Schaffung einer solchen Arbeitsgelegenheit:
Förderantrag des Trägers (z. B. Kommune)
rechtsmittelfähige Bewilligung der Arbeitsagentur einer individuellen, pauschalen Förderleistung.
· Erschließung / Bereitstellung der Pflichtarbeitsplätze durch Träger
· Ausschreibungsverfahren nicht notwendig
Wie sieht "Ein Euro" Job aus?
· Die Einzelfall bezogene Leistung an Träger besteht aus monatlicher Teilnehmerpauschale von maximal 500 €. Darin enthalten u.a.:
- Entschädigung für Mehraufwendungen (z.B. 1 Euro/Std.)
- begleitende, betreuende und qualifizierende Maßnahmen
- Haftpflicht- und Unfallversicherung sowie Arbeitskleidung
· Förderdauer in der Regel 6 bis 12 Monate
· Teilnehmer zählen ab 15 Wochenstunden Pflichtarbeit nicht als arbeitslos
· Sanktionen bei Job-Ablehnung ohne wichtigen Grund trotz Rechtsfolgenbelehrung
· Urlaub zwei Tage pro vollem Kalendermonat
· Gleiche betriebliche Regelungen wie für Arbeitnehmer bei Arbeitszeit, Dienst- und Schutzkleidung, Einlasskontrollen
· Betrieb lenkt und organisiert Arbeitseinsatz, nicht die Agentur
Fördervoraussetzungen "Ein Euro Job" (nach §199 SGB III)
· Gemeinnützigkeit
Arbeitsgelegenheiten müssen unmittelbar den Interessen der Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet dienen.
· Zusätzlichkeit
Arbeit, die sonst nicht, nicht in diesem Umfang oder nicht zu diesem Zeitpunkt verrichtet werden würde. Von dem Erfordernis der Zusätzlichkeit kann im Einzelfall abgesehen werden.
· Hinreichende Bestimmtheit / konkrete Beschreibung der Arbeitsgelegenheit
Festgelegt werden muss z.B.: Art / Umfang / Struktur / Inhalte / Ort / Qualifizierung / Zahl der Teilnehmer usw.
· Arbeitsmarktpolitische Zweckmäßigkeit
d.h. Eignung zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit bzw. Hinführung an die Integration in Arbeit
· Gesamtgesellschaftliches Interesse
(z.B. Verbesserung der Infrastruktur, aber nicht: nur öffentliches oder kommerzielles Interesse)
· Verbund von Trägern möglich zur Organisation von Zusatzjobs
Forderungen/Mindeststandards
· freiwillige Entscheidung der Betroffenen zu Arbeitsgelegenheiten
· keine Sanktionen bei Ablehnung
· persönliche Eignung für angebotene Beschäftigung, Wahlmöglichkeiten, Zuweisung beinhaltet berufliche Qualifizierung oder Berufsplanung
· sozialpädagogische Begleitkonzepte für dauerhafte Beschäftigungsfähigkeit
· nur für gemeinnützige Zwecke, kein "öffentliches" und/oder "kommerzielles Interesse"
· Übernahme sämtlicher Kosten im Voraus, die mit Ausübung der Arbeitsgelegenheit in Verbindung stehen (bei Fahrtkosten: Monatsticket oder angemessenen Pauschale von 0,20 € pro km, Arbeitskleidung, Kinderbetreuungskosten etc.)
· Weiterzahlung im Krankheitsfall der Mehraufwandsentschädigung
· Beschäftigungsvertrag abschließen mit: Beginn und Dauer, Einsatzorte, Umfang/Verteilung der Arbeitszeit, Arbeitsinhalte, ggf. Qualifizierung / Praktikum / Betreuung, Höhe der Mehraufwandentschädigung, Arbeitsschutz, Haftung, Unfallversicherung, Urlaub, Ansprechpartner beim Träger
· Angemessene Entschädigung mind. 2 € die Stunde
Klaus-Dieter Gleitze. Januar 2005
© HALZ
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Checkliste: Bewertung Ein Euro Jobs
· Ist die konkrete Tätigkeit tatsächlich zusätzlich?
· Ist die Zusätzlichkeit ausschließlich darin begründet, dass die Kommune oder der Träger zur Zeit keine Mittel haben, um diese Tätigkeit regulär zu bezahlen? In diesem Fall müssen erhöhte Anforderungen an die Zusätzlichkeit gestellt werden.
· Ist sicher gestellt, dass keine Arbeitsplätze verdrängt werden?
· Gibt es einen regionalen Konsens über die Einsatzfelder öffentlich geförderter Beschäftigung?
· Gibt es einen Beirat, der bei Planung und Umsetzung prüft, dass die Zusätzlichkeitskriterien bei ABM keinesfalls unterschritten werden?
· Gibt es eine genaue Arbeitsplatz- bzw. Tätigkeitsbeschreibung für die Arbeitsgelegenheit? Wird den Arbeitslosen die Tätigkeitsbeschreibung mitgeteilt?
· Erhalten die Arbeitslosen einen Beschäftigungsvertrag?
· Ist die Arbeitsgelegenheit zum Zweck der Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt tatsächlich erforderlich? Sind andere Möglichkeiten der Beschäftigung (sowohl sozialversicherungspflichtige als auch ABM) vorher geprüft worden und gescheitert?
· Hat der Träger in den letzten zwei Jahren die Zahl der Stammkräfte verringert?
· Werden die Stammkräfte tariflich bezahlt?
· Gibt es eine Weiterbildungsinitiative, um nicht besetzte Stellen möglichst qualifikationsgerecht besetzen zu können?
· Entsprechen die Tätigkeitsfelder den beruflichen Qualifikationen der Erwerbslosen oder fördern sie die De-Qualifikation?
· Ist die Bezahlung angemessen?
· Werden Fahrtkosten zusätzlich zur Mehraufwandsentschädigung übernommen?
· Ist die Arbeitszeit begrenzt, so dass noch Gelegenheit zur Arbeitssuche besteht?
· Ist sichergestellt, dass mit den Arbeitslosen ein konkreter Eingliederungsweg und ein konkretes Ziel der Maßnahme verabredet wurden?
· Sieht die Eingliederungsvereinbarung konkrete Qualifizierungselemente vor, auf die im Zweifel ein Rechtsanspruch besteht?
· Gibt es beim Träger einen Betreuer für die Maßnahmeteilnehmer?
· Wird durch Hilfen (z.B. Unterstützung bei Bewerbungen, Schuldnerberatung, Kinderbetreuung usw.) die Eingliederung gefördert?
· Gibt es sozialpädagogische Begleitung, wenn dies erforderlich ist?
· Werden während der Maßnahme vermittlerische Bemühungen unternommen?
Klaus-Dieter Gleitze. Januar 2005
© HALZ
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Hinweise und Handlungsmöglichkeiten für Träger und Gremien
· Unterrichtung: Betriebsrat ist nach § 80 Abs. 2 BetrVG rechtzeitig und umfassend zu unterrichten, damit er seinen Aufgaben nach Betriebsverfas-sungsgesetz nachkommen kann. Die Unterrichtungspflicht erstreckt sich auch auf Personen, die nicht in einem Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber stehen.
Eine vergleichbare Informationspflicht und Überwachungsmöglichkeit gibt es auch für Personalräte nach §§ 66 und 68 BPersVG.
· Einstellung: Mitbestimmung auch schon bei ehrenamtlichem Einsatz (Bei-spiel: DRK Einsatzkräfte). Dies entspricht dem Schutzzweck des § 99 Abs. 2 BetrVG, insbesondere dem Schutz der bereits im Betrieb Beschäftigten.
· Verweigerung: Für Personalvertretung besteht Möglichkeit, die Zustimmung zu verweigern, wenn
o ein Verstoß gegen Arbeitsschutzvorschriften vorliegt,
o bereits Beschäftige von Entlassung bedroht sind
o oder bereits Beschäftigte benachteiligt werden könnten. (ISA 3/2004, Seite 16)
was noch …
· Checkliste "Beurteilung öffentlich geförderter Beschäftigung" überprüfen
(s. www.halz.org)
· "Ein Euro" Beiräte auf regionaler Ebene einrichten
Beiräte, insbes. mit Arbeitgebern, Handwerkskammern, Gewerkschaften (Betriebsräte können im Einzelfall hinzugezogen werden)
· Kontrolle ausüben
"Zusätzlichkeit", "öffentliches Interesse" und "Inhalte der Maßnahmen" im Konsens entscheiden
· Informationen sammeln, z.B. bei:
www.arbeitnehmerkammer.de
www.bundesagentur.de
www.sozialpolitik-aktuell.de
www.halz.org (hier auch Direktkontakt für Seminare, Vorträge etc. zu diesem und zu anderen Themen)
Klaus-Dieter Gleitze, Januar 05
© HALZ
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Midnightkiss
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#4772
Re: Beschäftigungsvertrag & Arbeitsklamotten vor 11 Jahren, 8 Monaten Karma: 1
Hallo Sabrina,

Schau mal was ich da im Netz gefunden habe.....

Es ist verbreitete Praxis, Ein-Euro-Jobber/-innen nur für die Stunden zu „bezahlen“, die sie tatsächlich arbeiten. Wenn Sie Urlaub haben oder krank sind, erhalten sie nicht einmal die beschämend niedrige Aufwandsentschädigung. Doch ein Richter am Bundesarbeitsgericht führt aus, dass ein Anspruch auf Fortzahlung der Mehraufwandsentschädigung besteht. Von Anne Ames (Stand: 12.06.2005)
Nach Auffassung von Bertram Zwanziger, Richter am Bundesarbeitsgericht in Erfurt, haben Ein-Euro-Jobber/-innen aber Anspruch auf bezahlten Urlaub und Fortzahlung der Mehraufwandsentschädigung im Krankheitsfall. In Heft 1/2005 der Zeitschrift „Arbeit und Recht“ schreibt er zum ersten Punkt: „Der Gesetzgeber hat ausdrücklich die ... Anwendung des BUrlG [Bundesurlaubsgesetzes, Anm. d. Verf.] angeordnet. Daher ist die dort vorgesehene Freistellung vom Dritten [gemeint ist der 1-Euro-Job-Geber, Anm. der Verf.] zu gewähren. Die Mehraufwandsvergütung ist Arbeitsentgelt i.S.v. § 11 BUrlG und deshalb auch während des Urlaubs zu zahlen.“
Zum Punkt Weiterleistung der Vergütung im Krankheitsfall schreibt Zwanziger: „Nach § 616 BGB hat der zur Dienstleistung Verpflichtete Anspruch auf Weiterleistung der Vergütung, wenn er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit aus einem in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert ist. Der Gesetzgeber hat die Regeln über die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall nicht für anwendbar erklärt. Anders als im Arbeitsverhältnis fehlt es damit an einer Spezialregelung, so dass die allgemeine Vorschrift [gemeint ist eben der § 616 BGB, Anm. d. Verf.] auch im Krankheitsfall anzuwenden ist. ... Die Mehraufwandsentschädigung ist solange fortzuzahlen, wie der Anspruchsberechtigte nach ... [§ 25 SGB II] Anspruch auf Arbeitslosengeld II hat, also für 6 Wochen.“
Den vollständigen Artikel Zwanzigers finden Sie unter www.tacheles-sozialhilfe.de

Wir raten also allen Ein-Euro-Jobberinnen und –jobbern, ihren Anspruch auf Entgeltfortzahlung während des Urlaubs und bei Krankheit gegenüber ihren Jobgebern geltend zu machen, ihn notfalls einzuklagen. In einem Schreiben an die BAG-SHI vertritt Dr. Zwanziger die Auffassung, „... dass die Sozialgerichte zuständig (wären). Eine gerichtliche Entscheidung liegt noch nicht vor, so dass es in der Praxis denkbar wäre, dass auch die Arbeitsgerichte sich für zuständig halten könnten, weil sie die Betroffenen als arbeitnehmerähnliche Personen in einem bürgerlich-rechtlichen Vertrag ansehen. Die Voraussetzungen von Prozesskostenhilfe dürften im Einzelfall aufgrund der Einkommenssituation belegbar sein. Alle Gerichte haben Rechtsantragsstellen, die ohne anwaltliche Vertretung Klagen und Prozesskostenhilfeanträge aufnehmen. Dabei könnte auch auf den von mir verfassten Artikel Bezug genommen werden. Gewerkschaftsmitglieder sollten sich an ihre Gewerkschaft wenden, wo sie im einzelnen beraten werden.“
Midnightkiss
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#4777
Re: Beschäftigungsvertrag & Arbeitsklamotten vor 11 Jahren, 8 Monaten  
Hallo Midnightkiss,

eine Menge was du da zusammen getragen hast ..... doch wird dies nichts an der Tatsache ändern das in einem 1.-€ Job keine Zahlung bei Urlaub oder Krankheit erfolgen wird und auch kein Anspruch darauf besteht.

Eine Klage hätte lediglich Kosten für den Kläger zur Folge.

Auf Grundlage einer EGV wird eine Beschäftigungsvereinbarung geschlossen, dies bedeutet das hier die Vereinbarungsebene ein öffentlich - rechtlicher Vertrag nach §§53-61 SGB X stellt.

Dir steht es frei ... Klage zu erheben doch wie bereits geschrieben wird es nicht von Erfolg gekrönt werden .... ist leider so ... doch mache ich weder Vorschriften noch liegt es in meinem Ermessen wer welche Leistungen erhält und wer nicht.

Noch eines, die Sozialgerichte werden nicht einer Auffassung eines Herrn Zwanziger folgen ... auch ich finde schlichtweg gesagt eine Sauerrei, dass die 1.€ Jobber keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erhalten sowie keinen Anspruch auf Urlaubsgeld haben.
Eine Änderung wäre längst mal angebracht.

Liebe Grüße
Sabrina
Sabrina

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#4829
Re: Beschäftigungsvertrag & Arbeitsklamotten vor 11 Jahren, 8 Monaten Karma: 1
Hi Sabrina,

Hatte bereits schon Kontakt zum Arbeitsrichter Zwanziger. Der hat mir einen guten Tipp gegeben...ich sollt die Gewerkschaften mit einschalten, denn das was ich machen würde an (zusätzlicher)Arbeit, sei illegal und missbrauche die 1,00 € Jobber bewußt.

Wegen den Kosten der Klage mache ich mir keine Gedanken, schließlich hab ich Rechtsschutzversicherung, und außerdem kann man diese auch beantragen vor Gericht.

Ich stecke nicht den Kopf in den Sand, ich kämpfe
Midnightkiss
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#4837
Re: Beschäftigungsvertrag & Arbeitsklamotten vor 11 Jahren, 8 Monaten  
Hallo Midnightkiss,

finde es wirklich Toll das du den Kopf nicht in den Sand stecken willst und das du kämpfen willst !!!

Du hast völlig recht wenn du versuchen möchtest dein Recht zu erhalten.

Hut ab .... findes das toll !!!

Diese Regelung diese Vorschriften gehen nur zu Lasten des Hilfebedürftigen und müssen weg !!

Also Kopf hoch ... du schaffst das !!!

Liebe Grüße
Sabrina
Sabrina

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