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Tagebuch eines Hartz IV 1€ Jobber's
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Ein-Euro-Jobs
Zum Ende gehenSeite: 123
THEMA: Tagebuch eines Hartz IV 1€ Jobber's
#368
Tagebuch eines Hartz IV 1€ Jobber's vor 12 Jahren, 1 Monat  
Ich möchte ihnen hiermit mal aufzeigen was der Behördenunsinn als Qualifizierungsmaßnahme bezeichnet dadurch reguläre Arbeitsplätze
wegfallen und alles unter der Rubrik "öffentliches Interesse"

1.Tag -Anruf meines Fallmanagers, habe einen Job der ihren Qualifikationen entspricht, EDV und Dateneingabe,Patientenerfassung in der Klinik XXX
(sehr interessant als gelernter Hochbaufacharbeiter und arbeitsloser Lagerist)

2.Tag - Melde mich bei der Pflegedienstleitung der Klinik XXX bekomme einen Beschäftigungsvertrag als Pflegeassistent (20 Std Wöchentlich, damit ich unter die 15 Std. Statistik Regel falle)und ganz Wichtig die Verschwiegenheitserklärung sofort unterschreiben, komme mir schon wie ein Geheimnissträger vor, nachdem erst alle Stationen tel. abgefragt wurden wo denn ein solcher (Pflegeassistent) benötigt wird durfte ich mich auf Station XY bei Schwester Elke melden.Erst mal Einkleiden,Vermessung und festgestellt das größe L als Kittel und M als Hose passend ist, tolles Namensschild am Kragen und wieder auf Station. Zur zeit gerade Essensausgabe woran ich mich gerne beteiligen darf (Normales Essen, Schonkost, Diatkost etc. woher soll ich wissen wer welches Essen bekommt ?) Frau Schlosser frisch Operiert hat sich jedenfalls sehr über den Kaffee gefreut.Hilfspfleger Axel läd mich Handtuchschwingend und mit Einwegrasierer Bewaffnet zur OP Patientenvorbereitung ein, ohweh ein Apendix bei dem jungen Herrn muss in 2 Stunden raus ergo ganzkörperrasur, ich verweigere die Teilnahme an diesem Hygienischen Verwaltungsakt und gehe im Umkleideraum erst mal eine Rauchen.Stehe dann ca 1Std. ziemlich nutzlos im Schwesternzimmer herum bis mir Schw.Elke zeigt wie freigewordene Zimmer aufgeräumt und gereinigt werden, nach einiger Bettenschieberei ist erst mal Feierabend für Heute, freue mich schon auf den nächsten Tag und frage mich was das ganze mit EDV und Dateneingabe zu tun hat *Grübel*

so wenn ihr wissen möchtet wie es weitergeht bis fast hin zum Eklat mit dem Hilfsmanagment schaut morgen wieder rein. (alles Tatsachen nichts erfunden und keine Hirngespinnste sondern meine realen erlebnisse als 1€ Jobber)

3.Tag - Fröhlich vor mich Hinpfeiffend trat ich um 08:00 meinen Dienst als Pflegeassistent zuständig für EDV und Dateneingabe auf der Station XY an.
Heute begrüßte mich Chefschwester Ilona ( ein legger Schnittchen ) samt Oberarzt Dr.P. nach einem kleinen Smalltalk und der frage nach meiner Beruflichen Laufbahn erfuhr ich von diesem das es kein Problem sei mich einzuarbeiten da ja diverse Maßnahme Vorgänger auch aus anderen Branchen kamen (zb. Elektriker und *lacht* nicht sogar ein Metzger) Heute durfte ich mich als allererstes mit meinem Freund Hilfspfleger Axel und Praktikantin Jenny um die Körperhygiene einer älteren ca.80 Jährigen Bettlägerigen Dame kümmern. Schon beim eintritt in das Zimmer erfüllte eine Wolke von diversen Gerüchen nach Exkrementen meine Nase, die ältere Dame Unterschenkelamputiert wie ich dann beim Bettwäschewechseln sah, wurde von den Pflegern versorgt (Windelwechsel, Waschen, Kämmen etc.) was diese auch Fachlich und Menschlich sehr aufopferungsvoll durchführten. Ich zolle Ihnen hiermit meinen größten Respekt und eine riesen Hochachtung. Habe mich solange mit der Beseitigung der dreckigen Hinterlassenschaften beschäftigt, im Radio lief Roy Black "du kannst nicht immer 17 sein Mädchen das kannst du nicht" :flöt:
Danach war Frühstückspause angesagt wo ich das Stationsteam bei einer Tasse Kaffee kennen lernen durfte. (wirklich sehr nette Menschen die in diesem Beruf ihre Erfüllung sehen)Was ich mir aber nicht abringen konnte als gelernter Stahl u. Betonbauer, sonst hätte ich diese Ausbildung gemacht !
Nachdem ich die Stationsküche aufgeräumt und gereinigt habe dachte ich endlich meine Aufgaben der EDV-Dateneingabe wahrnehmen zu dürfen, aber die bestand erst mal daraus Patientenakten zu anderen Stationen zu bringen, was mit dem Fahrstuhl und einer Zigarettenpause ca 45min. dauerte (jetzt weiß ich auch warum die Verschwiegenheitserklärung) Zurück auf Station und wegen großer Visite für mich erst mal stillstand danach großes Bettenausschütteln auf den Zimmern. "Der Essenswagen ist da, beginnt mal mit der ausgabe flötet mir Schwester Ilona ins Ohr." nachdem ich von 2 Patienten angemeckert wurde das der Pudding fehlt ist es 12:00 und ich habe mein Tagessoll von 4 Std. geschafft. Teile der Schwester noch mit das ich nächsten Tag nicht komme da ich einen Vorstellungstermin habe. Zu Hause angekommen rufe ich gleich meinen Fallmanager an der freundlicherweise für die falsche Einteilung Verständnis hatte und sich gleich darum kümmerte das ich von der Station zu meinem eigentlichen Arbeitseinsatz Patientenerfassung EDV und Dateneingabe in der Endoskopie/Sonar Abtlg. komme da ja alles wohl nur ein Komunikations Missverständnis mit der Pflegedienstleitung der Klinik war (in meinen insgesamt 10 Tagen in der Klinik habe ich 5 in worten "fünf" solcher Komunikationsmissverständnissen persönlich kennen gelernt)

4. Tag - Es ist Montag früh und ich melde mich beim stellvertretenden Chef der Pflegedienstleitung. Er meint es wäre doch mal interessant und lehrreich für mich gewesen und ich sollte mir doch Gedanken darüber machen ob dieser Beruf mir nicht zukünftliche Berufsperspektiven eröffnet.
(Plegeassistent für 1€ Std.?)

Ich male mir keine großen Karrierechancen aus und werde meiner eigentlichen
aufgabe EDV und Dateneingabe in der Endoskopie zugeführt, dort angekommen freut sich Schwester Melissa ganz toll endlich mal einen „jungen kräftigen Mann“unter ihre Fittiche zu bekommen und kleidet mich mit Blauer Hose/Hemd ein. Da es kein Personal oder Umkleideraum gibt kann ich mich nicht ihren neugierigen Blicken entziehen als ich mich im Büro/Spülküche der Endoskopie umziehe…… (großes Getuschel unter den anwesenden Damen) wo sich eine als Fr. Oberärztin Dr.B. vorstellte und noch 3 EEJ Kolleginnen am kichern waren. Frisch eingekleidet schnappte mich Schwester Melissa gleich am Kragen und dirigierte mich energisch in den Nebenraum, o schreck der EndoOP Raum wo Chefarzt Dr.Dr.R. noch an einem Patienten zugange war der nur mit einem Leibchen bekleidet in seinem Bett lag.

Mir wurde gleich gezeigt wie die am Rücken des Patienten (der noch selig schlummerte)befestigten Monitorüberwachungsdinger entfernt werden und die ganze Kabelei verstaut wird. Damit die Braunüle erneuert wird durfte ich die alte abziehen, und diverse Schläuche aus Nase und Geräten entfernen. Jetzt kam der „jungen kräftigen Mann“ zum Einsatz und drehte den Patienten wieder auf den Rücken fuhr ihn auf den Gang und veranlasste Telefonisch das der so genannte Hol und Bringdienst diesen wieder auf seine Station brachte.

Danach durfte ich diesen OP Raum die Endoarbeitsstation (Monitore, Video und sogar der erste Computer) den ich anfassen durfte mit Desinfektionslösungen reinigen, nachdem ich einen mit Blut/Spülwasser gefüllten Beutel in der Stationstoilette entsorgt hatte war wirklich meine Zigarettenpause die etwas länger dauerte fällig. Zurück in der Endo wurden dann meine läuferischen Qualitäten durch Botengänge zum Labor, Steri, Intensive getestet wo ich überall mit großem Hallo empfangen wurde und endlich die endlosen Gänge und Fahrstühle des Krankenhauses kennen lernte.

Ich dachte das wäre es für heute und bevor ich den Beschwerdegang zu meinem Fallmanager antrete, mussten nun noch alle OP Tische gereinigt und neu mit Medikamenten, Beißring, Probendosen, Spritzen und so weiter bestückt auf ihre vorgesehenen Plätze gestellt werden.
Die nächste Patientin lag schon von mir verkabelt und in voller Vorfreude auf ihre anstehende Untersuchung bereit, wurde ich in den Ultraschallraum gerufen da die dort zuständige EEJ Kollegin Feierabend hatte. Frau Dr. B. brauchte meine fachlich qualifizierte Assistenz, die daraus bestand die aufgerufenen Patienten aus dem Gang Hereinzuschieben den Bauch freilegen mit Ultraschallgel voll schmieren
(bei Privatpatienten durfte ich die Schmiere auch wieder abwaschen) und ihr dann die Patientenakte zu reichen. Während der Untersuchen erklärte sie mir was ein Abdomen oder Magen Darm Sonar bedeutet und wie das in die Berichte und Listen eingetragen wird
(ganz wichtig alle Privatpatienten mit Textmarker).
Auf meine frage was ich nun an EDV und Dateneingabe zu tun habe erfuhr ich das es langt bei Dienstantritt den Computer einschalten bei Dienstende ausschalten und das Ultraschallgerät nur auf Standby zu stellen. Juhuuu endlich Feierabend und ich walte meines amtes der EDV und Dateneingabe und in meinem Hirn stellt sich auch der Standbymodus ein.

Nix wie raus hier und erst mal abschalten, mein Fallmanager hat natürlich auch schon Feierabend schließlich ist es schon 16:00, mache mich schlau und finde im Internet durch Beihilfe meiner Freundin heraus wie die Strategie der Gegenwehr aussieht .Wie das ganze dann abgelaufen ist was dabei herauskam erfahrt ihr im nächsten Teil.

Alles hier geschildert und niedergeschriebene ist wahr und entspricht meinen realen Erlebnissen als Hartz IV EEJ und soll zum Nachdenken und der berechtigten Gegenwehr anregen. Ferner möchte ich diese Story da einige Zeitungsredaktionen wohl aus Politischen gründen keine Interesse zeigten dieses weiter veröffentlichen und bin dankbar über Tipps, Internetforen etc. wo ich diese Möglichkeit bekomme. Hartzlichts euer Brucewilles
Brucewilles

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#379
Re:Tagebuch eines Hartz IV 1€ Jobber's vor 12 Jahren, 1 Monat Karma: -6
Hallo Brucewilles,

Danke für Dein Tagebuch, hoffe, Du schreibst weiter hier und bitte registriere Dich!

Danke
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#381
Re:Tagebuch eines Hartz IV 1€ Jobber's vor 12 Jahren, 1 Monat  
ja werde ich machen und weiter gehts,

Bevor es weitergeht möchte ich noch anmerken das mein Schreibstil, Sarkastisch, Ironisch gehalten ist da es sich um eine Realsatire (sehe ich jedenfalls so) handelt, und ich bedanke mich “rechtHartzlich“ bei euch für gute Feedbacks, Hilfestellungen und auch so manch recht Blödsinnigen Kommentaren. Ja ihr habt recht, "Du kannst nicht immer 17 sein“ siehe Tag1.
ist nicht von Roy Black oder Howard Carpendale sondern von Chris Roberts nur mal so am Rande. Wenn mein Tagebuch abgeschlossen ist werde ich auch bei Interesse und bestehenden sagen wir mal Verfolgungsabsichten die Namen des Trägers Arbeitgebers an, von mir aus rechtlichen gründen ausgesuchte Kreise weitergeben, da ich durch die Blume gesagt einige Erschwernisse zu erwarten habe. Bin immer schon gerne mal angeeckt und nehme das gerne in Kauf da es dadurch wohl auch wieder mehr zu Berichten gibt aus unseren Amtsstuben.

5. Tag – Kleiner dummer Bürger hat sich etwas schlau gemacht und durch das Medium Internet herausgefunden ( da mir und allen anderen Betroffenen von Amts wegen aus bekannten gründen keine Information oder Hilfestellung gegeben wird) wie es um die rechte und pflichten der EEJobber bestellt ist. Tausend sachen Paragraphen, Öffentliches Interesse, Gemeinnützigkeit, Zusätzlichkeit, Arbeitsmarktpolitische Zweckmäßigkeit etc. mir raucht der Schädel was ich noch durch eine Fl. Rijoja und einer menge Marlboros bis morgens um 04:00
unterstütze. Nachdem ich meinen ganzen E-Mailverkehr zu dem Thema erledigt habe, mache ich mich auf die Socken um pünktlich den Dienstcomputer an zuschalten.

Da meine EEJ Kollegin die gelernte Pädagogin/Erzieherin ist und sich wünscht durch diese Maßnahme evtl. eine Festanstellung in der Klinik zu ergattern, schon im Ultraschall eingeteilt wurde, putze ich erst mal wieder die kleinen OP Tischchen und bestücke sie mit den nötigen Utensilien, der Beißring auf dem Tisch für Rektale Endoskopien sorgt für gute Stimmung und allgemeine Erheiterung der Crew. Nach meiner frage an die Stationsschwester „wer denn diese Arbeiten vorher gemacht hat“, erfahre ich das schon lange keine Hilfspfleger mehr da sind, diese durch Zivis ersetzt wurde die es jetzt auch nicht mehr gibt weil die durch uns Hartz IV Leuten ersetzt werden !? Achsoooo… hier weht der Wind denke ich mir, und mache Telefonisch gleich einen Termin für den nächsten Tag mit der Betriebsrats Chefin aus, die sich *säuselnd* gar nicht vorstellen könnte was ich den für fragen an sie hätte? Mahlzeit, und schon schleppen mich 2 Schwestern in die Kantine ab und zeigen Verständnis dafür das ich heute noch nicht so viel Geld verdient habe um mir ein komplettes Menü zu leisten, spendieren mir einen Kaffee und wir verziehen uns in die Raucherecke zu einem Smalltalk wo ich noch für mich ganz interessante Interna erfahre. Nach der Mittagspause geht’s endlich wieder zum EDV Einsatz im Ultraschall, so ein Schei.! der Computer ist ja schon on, na gut dann fahre ich halt die nächste Patientin rein die schon draußen auf dem Gang seit 1 ½ Std. ziemlich angesäuert wartet. Wie sich zeigt eine herzerfrischende (ca. 100 Kg. Schwere) Dame und angehörige einer Mobilen Ethnischen Minderheit die schon am Rumzicken ist da sie sich vor mir bis aufs Kopftuch freimachen muss. Meint sie etwa mir würde das spaß machen ? Nach einigem Gezeter merkt sie das ihr auch als Privatpatientin nix anderes übrig bleibt und sie sogar als Bonbon von mir noch den Schwabbelbauch mit dem Handtuch Blitzblank gereinigt bekommt. „Fräu Dogggddddäääärrrrr blablaba da duhd wähhhh was hast du in Bauch gesähän“ gesabbel, die Oberärztin nickt mir zu und ich schiebe sie schnell raus zum Aufzug wo sie immer noch rumzetert. Ich kann es mir nicht verkneifen und teile ihr mit freudiger Miene mit (nach ihrer anfrage was nun mit ihr sei ? ), das es bestimmt „ganz goldige Drillinge werden“ und lasse sie für den Hol und Bringdienst stehen. Bestelle die auf Station vorterminierten Patienten ab da Fr. Doktor ganz eilig zu einer Besprechung muss und bringe den Sonarraum auf Vordermann, denke jetzt kommt meine Stunde als EDV Dateneingeber, und schaue mir diverse Patientenakten, Untersuchungsergebnisse, Dokumente an da bittet mich die Endo einige Proben in die Pathologie zu bringen was ich gerne mache weil unterwegs die Raucherecke wartet. Dort angekommen sieht mich ein guter Bekannter und ist am staunen das ich einen blauen Kasatschok mit Namensschild trage und redet mich schon mit Herr Doktor an. Bei einer gemeinsamen Zigarette und neugierigen Sachfragen die ich wahrheitsgemäß beantworte ernte ich nur ungläubiges Kopfschütteln und viele Glückwünsche
für meine weitere Berufliche Zukunft. So nun 16:00 die Endoskopie erstrahlt das Meister Propper blass wird, Umziehen tschüß Schwestern und Tür hinter mir zu. Treffe einen lieben Freund der mich auf ein Bier einlädt (wie so oft, danke dir von ganzen Herzen) der aber ganz und gar nicht glauben kann was ich gerade Beruflich mache und meint das ich jetzt schon von einem Bier besoffen wäre. Es werden doch noch 3 mehr davon und mit wohlig benebelten Hirnzellen mache ich mich auf den Heimweg um mit dem Hilfmanagment zu kommunizieren.

Daheim als erstes alle E-Mails gecheckt und siehe da einige recht erbauliche antworten erhalten, danke noch mal allen z.B. bag-shi die sich die mühe gemacht haben mich fachlich konkret zu beraten. Da ich meinen Fallmanager tel. nicht erreiche sagt mir eine Kollegin von ihm das solch eine Maßnahme nie durch ein persönliches Gespräch begründet ausgesetzt würde und ich offiziell einen Widerspruch einlegen müsste, Okay denke ich mir sollt ihr gerne haben. Der Inhalt dieser Mail bezog sich auf folgende kriterien , bei der Vergabe dieses Jobs wurde gegen die gesetzlichen Bestimmungen zu Ein-Euro-Jobs verstoßen, Tätigkeiten die in keinem Fall gemeinnützig sind (die Klinik kassiert ja für die Dienstleistungen) und
die keinesfalls zusätzlich sind (weil sie in die Hände von Normalbeschäftigten gehören)?
Denn mit der geförderten Ein-Euro-Stelle eignet sich die Klinik illegal öffentliche Mittel an.
Androhung einer Lohnfeststellungsklage vor dem Arbeitsgericht der Klinik auf regulären Lohn, was in großen und ganzen meine Hauptargumente waren. Details aus dieser E-Mail erfahrt ihr in dem Kapitel Einladung meines Fallmanagers und seines Vorgesetzten zu einem Beratungsgespräch. Drucke die Mail als Widerspruch anschreiben aus damit ich sie auch beim Landratsamt zur Niederschrift einreichen kann. Bin Müde und mache das Licht für heute aus.

Wenn es euch gefallen hat schaut morgen wieder rein und ihr könnt lesen wie ich aus dieser Maßnahme rausgekommen bin und mit was für schmutzigen tricks das Hilfsmanagment arbeitet, auf deren Anruf ich schon seeligst warte wenn sie dieses mitbekommen und lesen.

Euer der in nächster zeit wieder ein paar Bewerbung schreiben muss……….. Brucewilles
Brucewilles

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#435
Re:Tagebuch eines Hartz IV 1€ Jobber's vor 12 Jahren, 1 Monat  
Hallo BruceWilles,

alles wartet gespannt auf die Fortsetzung

Wäre schön bald wieder von Dir lesen zu dürfen !!!!

Liebe Grüße
Sabrina
Sabrina

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#519
Re:Tagebuch eines Hartz IV 1€ Jobber's vor 12 Jahren, 1 Monat  
Sabrina schrieb:
Hallo BruceWilles,

alles wartet gespannt auf die Fortsetzung

Wäre schön bald wieder von Dir lesen zu dürfen !!!!

Liebe Grüße
Sabrina


Wie gewünscht,Schiiittttttteeeeebböhhhhhhhnnnnnnn...

Ich möchte mich erst mal an dieser stelle für das ernsthafte Interesse an meinen wie manche denken wohl „unglaublichen“ Erfahrungen bedanken.
Insbesondere sende ich einen Strauß virtuelle Blumen an Feline für die spezielle Hilfestellung. Soderle, dann schaut mal wie es weiterging als EEJ.

6. Tag – Gut ausgeschlafen und frisch rasiert drehe ich um 8:15 mit meinem Hund die erste Gassirunde da klingelt schon mein Handy ich schaue nach und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. Es ist mein Fallmanager den ich erst mal gähnend wegdrücke, in meiner Wohnung zurück blinkt schon mein Anrufbeantwortersklave und mein Grinsen wird noch breiter, “aha“ denke ich mir da hat wohl jemand seine E-Mails gelesen. Ich rufe erst mal nicht zurück. Da ich erst um 12:00 meinen Dienstbeginn habe widme ich mich meinen Hausmannpflichten, während dessen noch 3x ein Anruf vom Hilfsmanagment eingeht die ich aber nicht entgegennehme. (wofür andere Leistungsbezieher schon die Leistungen gestrichen bekommen haben!) Schaue Nachrichten im TV und kann dieses unaufhörliche Defamieren von Hartz IV Empfängern nicht mehr ertragen. Laut unseren Politikern vor allen Herrn Clement sind wir alle "Betrüger", "Abzocker" und"Parasiten". Halloooooooo, hier wird wohl Volkes Meinung kundgetan? Ich habe bisher mein Leben lang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt, und nun in diese Situation gekommen zocke ich monatlich 385 € Miete plus 345 € zum Lebensunterhalt ab? Mein Grinsen hat sich erst mal eingestellt.

Im Krankenhaus angekommen erst mal das übliche Ritual, umziehen und als erstes eine Endostation saubermachen. Wir bekommen einen Notfall und wie der Teufel es will einen guten Bekannten mit dem ich an den Sonntag zuvor noch auf einer Geburtstagsfeier war. Wir flachsen ein wenig ob ihm der gute Schweinebraten auf der Feier nicht bekommen ist da meint die OP Oberschwester das ich meinen „Kumpel“ ja schon mal vorbereiten könnte.
Ich klebe die Überwachungsdinger auf den Rücken, und schließe die Kabel an. Die Monitorüberwachung an den Finger geklemmt ernte ich missmutige Blicke von ihm als ich versuche den Sauerstoffschlauch in seine Nase zu schieben.

Da erscheint auch schon fröhlich das komplette Team aus der Mittagspause, der Notfall wird fertig hergerichtet und ins Land der Träume geschickt.
Als Frau Oberärztin den Endoskopieschlauch bis in sein innerstes eingeführt hat schaue ich mir, den Patienten festhaltend alles auf dem Monitor an. Denke mir dabei „das ist wirklich reality TV“. Nach einigen rein und raus und rumgestocher der Oberärztin merke ich wie er wiedererwacht und plötzlich versucht sich den Schlauch aus dem Rachen zu ziehen, er wuselt ziemlich stark rum und alle sind damit beschäftigt ihn ruhig zu halten. Die Oberärztin schreit so eine „Sauerei“ könnt ihr den nicht ruhig halten gebt ihm noch 2ml. von dem Narkosemittel (den Namen weiß ich nicht mehr ?) ich finde irgendwo unter der Bettdecke die 10ml. Spritze schaue sie fragend an, sie nickt und ich drücke die geforderten 2ml. nach, ca. 15 Sek. später tritt wieder ruhe ein. Da sein Magen und Darm noch voller Speisereste ist bricht die Ärztin ab, er ist so verschleimt das alles gar nicht abgesaugt wird und beim herausziehen eine riesen Sauerei hinterlässt, die ich dann entfernen durfte. Wenn der ärmste wüsste das sich alles am nächsten Morgen wenn er Nüchtern ist wiederholt. Noch völlig benommen und geschafft von dieser Tortur schiebe ich ihn hinaus weil die nächste Endo schon wartete. Von dieser mag ich jetzt nicht mehr berichten da es sich sonst zu viel in die länge zieht und meinen Medizinischen Fachverstand überfordert, es wurden clips gesetzt und verschossen und noch mehr fachlich komische Vorgänge. Nach dem Standartmäßigen gründlichen Reinigen allem Geräts und der Räume war es endlich soweit, Frau Betriebsratsvorsitzende ich komme und habe ein paar fragen?

Die Begrüßung viel eher kühl aus und sie „wäre gar nicht für die EEJ zuständig und ich sollte mich doch an den Maßnahmebetreuer wenden“ waren ihre ersten Worte. Nun ich lies mich nicht abwimmeln und stellte konkrete fragen. „Ist es in meinem Fall eine zusätzliche Tätigkeit und wer machte diese vorher?“ konnte oder wollte sie nicht beantworten da sie ja über die EEJ gar nicht bescheid wüsste! Aha, und ob tariflich bezahlte Stammarbeitskräfte entlassen oder ersetzt wurden? „kann sie gar keine Auskunft drüber geben da es sich ja um Personalinterna handelt. Mhmmmm, auf meine frage „ob es richtig ist das ich als Bauhandwerker eingeteilt zur EDV und Patientenerfassung arbeiten eines zumindest Ausgebildeten Hilfspflegers ausführe?“ kann ich ihr wenigstens ein „Moment bitte ich überprüfe mal ihr Anforderungsprofil entlocken“ nachdem sie dieses irgendwo aus den Akten gefischt hat (dachte sie weiß nicht bescheid über die EEJ) teilt sie mir mit das „klipp und klar Pflegeassistenten angefordert wurden“, und das es in meinem Fall bestimmt ein Missverständnis sei. (da sind sie wieder die Missverständnisse wo von es seit dem 29.03.05 alleine 30 angemeldete in der Klinik gibt, wie sie selbst in der Klinik Mitarbeiter Zeitung geschrieben hat!) Und bei dem Thema „öffentliches Interesse“ erfahre ich das es sich um „eine gemeinnützige Einrichtung handelt die zusätzliche Arbeitsgelegenheiten schafft und Zusätzlichkeit definiert das Gesetz nur indirekt.“ *LoL* ich mache mir gleich innerlich in die Hose bei diesem Widerspruch an sich. Ich denke mir das es keinen sinn mehr hat hier weiter fragen die anscheinend unangenehm sind zu stellen und verabschiede mich höflich. Endlich raus aus den Blauen Klamotten und ein kurzer small talk mit noch zwei anwesenden Schwestern, da kommt Frau Betriebsrat Reingeschossen, ich entziehe mich ihres Dunstkreises und vernehme mit aufgestellten Ohren wie die Schwestern ausgefragt werden „wer ich wäre?, was ich für Arbeiten machen würde?, und was ich für fragen gestellt hätte?“

Endlich draußen !? mache mir gleich mal eine Zigarette und das Handy an, siehe da noch 3 anrufe von meinem mir Staatlich zugeteilten Fallmanager.
Ich beschließe Rückruf und habe ihn sofort in der Leitung, da ich leider im Dienst war ging es nicht eher, er war schon am Kochen und Lamentieren.
„Was den diese blöde und unsinnige E-Mail sollte? Er wäre doch für mich immer Telefonisch erreichbar und außerdem müsste ich meinen Widerspruch schriftlich und termingerecht einreichen.“ Das ich dieses noch machen werde, quittierte er mit einer sofortigen Einladung zu einem Beratungsgespräch am nächsten Tag mit der Option der Anwesenheit und meiner Zuführung zu seinem Vorgesetzten. Rummmmsssss das ging mir runter wie Öl…….. !!!!!!!!

Ich freue mich riesig auf den nächsten Tag und darauf den Amtsschimmel endlich mal richtig Wiehern zu lassen, da mir die Telekomiker die Leitung abgestellt haben dauert die Fortsetzung ein wenig habt bitte geduld und im letzten Teil geht es dann ans eingemachte, versprochen ! so long euer……
Brucewilles
Brucewilles

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#524
Re:Tagebuch eines Hartz IV 1€ Jobber's vor 12 Jahren, 1 Monat  
Hallo,

da sträuben sich einem ja die Haare ..... alle warten auf die baldige Fortsetzung !!!!!!

Liebe Grüße
Sabrina
Sabrina

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