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Chaotische Zustände bei „Weiterbildungsmaßnahme“
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ARGE
Zum Ende gehenSeite: 123
THEMA: Chaotische Zustände bei „Weiterbildungsmaßnahme“
#6340
Re: Chaotische Zustände bei „Weiterbildungsmaßnahme“ vor 11 Jahren, 6 Monaten  
Hallo Ihr Lieben!!
Ich kann alle geschilderten Probleme voll und ganz bestätigen! Das Arbeitsamt hatte mich auch in einen Computerlehrgang bei der Akademie Überlingen gesteckt. Ich wollte diesen auch, weil ich mir wirklich davon erhofft hatte, viel zu lernen, neue Leute kennen zu lernen und eventuell bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten. Ich wollte wirklich soviel wie möglich lernen. Was passierte dann? Also:
- Anfänger und Profis sassen in einem Kurs, Leute Anfang 20 sassen neben Frauen Mitte 50, die schon seit Jahrzehnten aus dem Beruf heraus waren. Kaufmännische Berufe sassen neben PTa's wie mir, dazwischen Bankangestellte, ehemalige Hausfrauen und alles andere an Berufen.Die Profis haben sich total unterfordert gefühlt, die Anfänger sind von Anfang an nicht mitgekommen.
- die verschiedenen Lehrer waren oft nicht da, machten früher Schluss oder verschwanden im Büro (für Stunden). Wir durften natürlich nicht eine Minute ohne Rechtfertigung zu spät kommen oder früher gehen! Wir bekamen mehr oder weniger sinnige Aufgaben, um uns beschäftigt zu halten. Es wurden reichlich Computerspiele gespielt, um die Langeweile zu vertreiben.
- nach etlichen Wochen begannen sich die Anfänger, die von anfang an nicht mitkamen (dazu gehörte auch ich selbst), zusammen zu schließen. Wir versuchten, die Lehrer auf unsere Probleme aufmerksam zu machen und baten darum, uns mit leichteren, aber dafür verständlichen Aufgaben zu beschäftigen. Alle Lehrer sagten folgendes:"Wir unterrichten schon seit Jahren so und bislang hat sich niemand beschwert. Sie werden das auch schaffen und alles bleibt so."
Je mehr man sich beschwert hat, desto mehr wurde man psychisch angegangen. Man wurde als Querulant betitelt, ignoriert oder gar beschimpft. Ich selbst wurde plötzlich ins Büro gerufen und von drei Lehrern in die Mangel genommen. Sie warfen mir Arbeitsverweigerung vor und dass ich die anderen Schüler massiv stören würde. Ich sei nicht erwünscht und solle mich doch krank schreiben lassen. Was ich schließlich auch tat, um dem Terror zu entkommen.
- wir sollten so viele Bewerbungen schreiben wie nur möglich, damit die AKÜ sich beim Arbeitsamt gut stellt. Es war nämlich so (was uns Schülern auch direkt gesagt wurde!), dass die AKÜ nur dann weiter Geld für Förderungen vom Arbeitsamt bekäme, wenn so viele Schüler wie möglich am besten noch innerhalb der Massnahme vermittelt werden könnten und einen Job bekämen. Man sollte sich auf alles bewerben, auch wenn es noch so unsinnig war und man von vorneherein genau wusste, dass man diesen Job nie im Leben bekommen würde. Ich als PTA war besonders schwer vermittelbar, weil ich obendrein noch schwer krank bin (Rückenschmerzen und Opiatpatientin!). Mir wurde von den Lehrern zum Einen ganz unverblümt gesagt, man hätte mich am liebsten gar nicht aufgenommen, weil ich die Vermittlungsstatistik der AKÜ kaputt machen würde, weil ich ja eh nicht vermittelbar sei. Dann zwang man mich unter Androhung von Sperrungen, willkürliche Bewerbungen zu schreiben. Als ich einwandte, die brächten doch gar nichts, sie würden nur Zeit und viel Geld kosten, wurde ich angeschnauzt, das solle nicht mein Problem sein.
- ich habe mich sowohl mündlich wie auch schriftlich beim Arbeitsamt über die Akademie Überlingen beschwert. Ich habe alles erzählt, was dort schief gelaufen ist. Niemand vom Amt hat darauf reagiert. Keinen hat es interessiert. Es läuft dort noch alles so wie vor 2 Jahren, als ich da war. Ich habe natürlich ein klein wenig gelernt, aber bei weitem nicht so viel, wie ich gehofft hatte. Bei der Arbeitssuche nutzt mein Zeugnis von der AKÜ gar nix, keinen Arbeitgeber interessiert es auch nur die Bohne.
Mein Fazit ist: Ich habe noch niemanden getroffen, dem eine solche Massnahme wirklich etwas gebracht hat. Da werden in ganz Deutschland Millionen oder mehr für völlig unnütze Schulungen ausgegeben. Das Amt scheint sich nicht für die ganzen Missstände zu interessieren. Die Hauptsache für diese Leute ist, dass die Gelder weiter fliessen und die sogenannten Lehrer ihre Arbeit behalten. Ich würde mir sehr wünschen, dass alle schlechten Lehrer solcher Massnahmen wirklich einmal arbeitslos wie wir alle werden. Und dann sollen die mal gezwungen werden, solche Kurse zu besuchen. Sie sollen mal sehen, wie das ist, wenn man unter Druck gesetzt wird, nichts lernt und nur seine Zeit verschwendet. Und ich verstehe unser Land nicht. Können wir uns es wirklich leisten, so viel Geld für ein völlig marodes System an Fortbildungen zu verschwenden? Warum bloß interessieren sich die zuständigen Ämter und Argen nicht für die gemeldeten Missstände? So wird sich nie etwas bessern! Ich bin sehr enttäuscht und stinksauer!
tommygirl

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#7580
Re: Chaotische Zustände bei „Weiterbildungsmaßnahm vor 11 Jahren, 5 Monaten  
Ich habe mit Weiterbildungsmaßnahmen ebenfalls sehr schlechte erfahrungen gemacht. Ich hatte mich mal eine Lehrgang im Bereich der IT-Netzwerktechnik angemeldet.

Das Ergebnis war: Eine versprochene Zertifizierung im Bereich Linux (LPI1 genannt) hat niemand erreicht. Von den dafür notwendigen 2 Prüfungen haben mit einmal 10% die erste Prüfung erreicht.

In einemweiteren Modul sollte etwas über Windows ausgebildet werden. Dazu waren täglich 8 Unterrichtsstunden vorgesehen (und wurden auch vom Arbeitsamt bezahlt), effektiv wurde jedoch nur an 3-5 Stunden unterrichtet. Die restliche Zeit hatten wir frei weil der Dozent irgendwelche Probleme beheben wollten (meist erfolglos). Nach 2 Wochen war für jeden klar das auch dieses Ausbildungsziel nicht errseicht werden konnte.

Fazit:
- dem Arbeitsamt interessiert das überhaupt nicht wie effiktiv eine Weiterbildung ist

Vorteil für uns Lehrgangsteilnehmer:
- wir mussten nicht zum Amt laufen um irgendwelche Anträge auszufüllen
Klaus

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#7586
Re: Chaotische Zustände bei „Weiterbildungsmaßnahm vor 11 Jahren, 5 Monaten Karma: 3
Diese Mißstände, die bei solchen Weiterbildungsmaßnahmen herrschen, sollte man unbedingt der Presse mitteilen. Darüber hinaus sollte man die in den Bundestag und Landtag vertretenen Parteien informieren und um Abhilfe bitten. Hier wird doch nachweislich Steuergeld aus dem Fenster geworfen. Den DGB braucht man auf keinen Fall zu informieren, da er Träger dieser Weiterbildungsmaßnahmen ist.
Jim
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graphgraph
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#7588
Re: Chaotische Zustände bei „Weiterbildungsmaßnahm vor 11 Jahren, 5 Monaten  
Hallo an alle,

ich hatte den Ausgangsbeitrag verfasst und was inzwischen geschrieben wurde, bestätigt meine Befürchtungen :

Es geht in diesen Maßnahmen nicht um das Erlangen oder Verbessern von Qualifikationen, um das Vermitteln von Kenntnissen oder um die Integration in den Arbeitsmarkt. Es soll lediglich der Willen der Arbeitslosen gebrochen werden und es sollen Gelder vom Staat in private Betriebe geschaufelt werden. Das ist alles.

Wenn sich mehr Arbeitslose dagegen auflehnen würden, dann hätten weder die ARGEn noch die Agenturen für Arbeit eine Chance, damit durchzukommen, solche primitiven Kurse zu veranstalten und Arbeitslose unter Androhung des Leistungsentzuges hineinzuzwingen, nur um ihnen zu zeigen, wer am längeren Hebel sitzt.

Unser Kurs hat Ende Oktober 2005 geendet und es sind bislang fast alle noch arbeitslos. Kein Wunder, denn der Kurs war ein Witz.
Auch bei uns wurde bei Beschwerden gesagt, dass der Kurs schon jahrelang so laufe und sich noch keiner beschwert hätte. Dabei war eine frühere Arbeitskollegin von mir 2 Jahre vorher in genau demselben Kurs beim selben Maßnahmeträger gewesen und damals haben sich auch schon die Teilnehmer über die Planlosigkeit beschwert.

Beim Amt wird man nicht für voll genommen, sondern als Querulant bezeichnet, genau wie oben beschrieben. Bei uns kam dann sogar einer von ARGE vorbei und hat die Kursteilnehmer zu den Missständen befragt. Ich hatte diese ja bei ARGE in meiner Funktion der Kurssprecherin vorgetragen, nachdem die Geschäftsführerin jedesmal beleidigend wurde, wenn man sie auf etwas ansprach.
Es durfte kein Dozent anwesend sein, als der ARGE-Angestellte die anderen Kursteilnehmer befragte. Nachdem die Missstände von den anderen Kursteilnehmern bestätigt worden waren, zog der ARGE-Angestellte wieder ab und trank erst einmal ein Tässchen Kaffee mit der Geschäftsführerin.
Es passierte danach natürlich gar nichts, außer, dass die Dozenten dann noch arroganter und boshafter waren.

Wir haben nur eine Möglichkeit, das Ganze zu stoppen: uns gemeinschaftlich wehren!!! Sonst wird es noch viele weitere solcher Kurse geben!!! Denkt dran, wir sind in der Überzahl!
Aber wenn ich an meinen Kurs denke, dass sich die Mehrheit nur dann getraut hat, etwas gegen die Missstände zu sagen, wenn niemand von der Kursverwaltung zugegeben war, dann wird mir jetzt noch ganz schlecht. Solche Duckmäuser! Immer schön jammern und wenn es drauf ankommt, gleich den Schwanz einziehen, denn so sind viele Deutschen ja erzogen worden. Ich auch, aber bei mir hat´s nicht gefruchtet.

Ich bin schon sehr auf die Massenversammlungen gegen den Sozialkahlschlag gespannt, die am 03.06.2006 in Berlin und während der Fußball-WM stattfinden sollen. Aber ich bin mir sicher, dass die Deutsche Polizei da schnell Leute festnehmen und das Ganze zerschlagen wird, damit die Welt auch ja nicht mitbekommt, was bei uns abläuft. Deutsche sollen nämlich immer schön schlucken und bloß nicht selbständig denken. Dafür sind wir ja bekannt.


Viele Grüße und gebt nicht auf
Muggel
Muggel

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#7646
Re: Chaotische Zustände bei „Weiterbildungsmaßnahm vor 11 Jahren, 5 Monaten  
Ja!

Genau das selbe habe ich auch durchgemacht!

Bei mir ist sogar nach einer Woche die Bombe hochgegangen das ich lautstark dieser Pseudo Proffessorin vor versammelter Mannschaft ihre Grenzen aufgezeigt habe.

Es kann nicht an gehn das man einen Erwachsenen Menschen behandelt wie einen Notorischen Schulschwenzer!

Hier muß man sich von dem Lehrpersonal nichts gefallen lassen.
Ich war auch so clever gewesen das ich den Unterricht mit einem Diktiergerät aufgezeichnet habe so konnte sich dieses Pseudolehrpersonal wenigstens nicht raus reden;)

Und nach dem ich gedroht habe damit an die Öffendlichkeit zu gehn hat die ARGE mich dann ganz einfach aus diesem Kurs raus genommen.
Nachteile hatte ich dadurch auch keine!

Also an alle denen so ein Kurs noch bevor steht!
Macht es einfach wie ich!

Sammelt beweise!

Danach geht ihr zur ARGE und droht damit an die Öffendlichkeit zu gehn und schon kuschen die!
Kai

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