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Chaotische Zustände bei „Weiterbildungsmaßnahme“ von ARGE !!!
Es geht hier um die Weiterbildungsmaßnahme „Office-ManagerIn“ (natürlich ohne IHK-Zeugnis),
sechs Monate Ganztagsunterricht noch bis Ende Oktober in Nordbayern.
Bei dem Auswahlgespräch zeigte sich die Kursleiterin des Maßnahmenträgers versiert und freundlich, und interessiert daran, dass Ihre „Schützlinge“ durch die Maßnahme bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.
Von 25 Kurswochen sind nun 10 Wochen vorbei; ca. 3 Wochen nach Kursbeginn (vermutlich der Überweisungstermin der Kursgebühren – 4.200 EUR pro Teilnehmer) kristallisierten sich die folgenden Missstände heraus. Ich versuche hier allerdings, mich kurz zu fassen:
Gemeinsamkeiten der Kursteilnehmer/innen?
Die Qualifikationen und beruflichen Hintergründe der 24 Kursteilnehmer/innen sind grundverschieden! Es sind von Berufsanfängern bis Leuten mit 20 Jahre Berufserfahrung alle vertreten. Entsprechend unprofessionell wird der Unterricht gehalten. Die Dozenten wirken (stellenweise zwar versiert, aber) menschlich völlig unerfahren. Sie rauschen entweder in irrsinnigem Tempo durch die Module (z.B. Lexware, Navision, Rechnungswesen) oder spielen mit uns Memory usw. Die Anfänger sind überfordert, die Berufserfahrenen kommen sich vor wie im Kindergarten. Die Dozenten, die alle miteinander UND mit der Kursleiterin befreundet sind, lassen sich Launen und Antipathien unverblümt heraushängen.
Bewerbungstraining wurde bereits von 4 (!) Dozenten mit uns durchgekaut, wobei jeder der Dozenten eine andere Einstellung zu der Sache hat. Was natürlich zur Folge hat, dass die nicht so meinungsfesten Kursteilnehmer/innen jetzt gar nicht mehr wissen, wie sie sich verhalten und bewerben sollen.
Toilettensituation:
Es gibt auf dem gesamten Stockwerk nur eine Damentoilette für ca. 30 Frauen.
Da die Pausen (außer Mittagspause) nur 10 Minuten lang sind, staut sich natürlich alles vor dieser einen Toilette. Die Dozenten dulden das Überziehen der Pausen nicht. Wir verbringen unsere Pausen vor der einen Toilette. Von Erholung keine Spur.
Daraufhin angesprochen, meinte die Kursleiterin wörtlich (Zitat: ) „Dann geh´n S´e halt auf´s Männerklo!“ (wovon es übrigens zwei Stück gibt). Es gibt aber auch Männer (Dozenten und Kursteilnehmer) auf der Etage.
Hitze und Verkehrslärm
Das Kursgebäude hat auf beiden Seiten mehrspurige verkehrsreiche Straßen. Unabhängig von den teils unerträglichen Außentemperaturen und dem permanenten Sauerstoffmangel in den Kursräumen: die Fenster der Seminarräume werden schon morgens gleich auf Befehl der Dozenten geschlossen, weil die Dozenten der Straßenlärm stört. Allerdings müssen die Dozenten ja auch nicht den ganzen Tag in diesen überhitzten Räumen zubringen.
Die PC-Seminarräume befinden sich auf der Südseite (von morgens bis abends Sonne). Die Temperaturen sind entsprechend hoch. Abhilfe gegen die Hitze sollen Ventilatoren schaffen. Die bringen allerdings auch nicht viel, zumal es in dem Kurs auch Menschen gibt, die sich aus Angst vor Muskelverspannungen gegen die Ventilatoren wehren!
Von ARGE aus gibt es kein Hitzefrei. Urlaub könne man beantragen, würde man wahrscheinlich aber nicht bewilligt bekommen.
"Familienbetrieb"
Alle Dozenten und die Kursleitung sind miteinander befreundet. Manche Dozenten lehren 4-5 Module (Unterrichtseinheiten, die 1-3 Wochen dauern). In den Pausen lungern alle auf den Sitzgelegenheiten (2x Couch usw.) im Büro herum, wodurch man in den Unterrichtspausen niemanden im Büro ansprechen kann, weil man dann ja die wohlverdienten Pausen der Belegschaft stören würde.
Kursleitung verhält sich unprofessionell
Es wurde von uns verlangt, eine Kurssprecherin zu wählen, damit die Kursleitung EINEN Ansprechpartner hat. Als diese gewählt war, hat die Kursleiterin gefordert, dass sich die Kurssprecherin nur für sich selbst äußert. Etwaige Versuche, Missstände der Kursleitung zur Kenntnis zu bringen, wurden von der Kursleitung abgeschmettert, mit Unterbrechen und Schreien quittiert. Es wurde hier also ein Prellbock gesucht, der die Meinungen aus dem Kurs dann aber nicht vertreten darf.
Die Kursleiterin schreit Kursteilnehmer und Kurssprecher an, weist diese darauf hin, sich um ihre eigenen Angelegenheiten zu kümmen, droht, diese aus dem Kurs zu werfen und schüchtert weiter ein.
Zur selben Zeit betreut die Kursleiterin (zwar nicht täglich, aber wenn, dann ganztags!!!) ihren Säugling auf der Kursetage!!! Dieser schreit und quengelt dann fast den ganzen Tag.
Eine Teilnehmerin aus einem Vorgängerkurs im Jahre 2000 meinte, dass dies nun schon ihr viertes Kind sei, dass die Kursleiterin in den Kursräumen großzieht und damit die Kursteilnehmer unnötigerweise belastet!
Das Einschalten von ARGE
Als dieses Verhalten exzessierte, hat die Kurssprecherin mit einer weiteren Kursteilnehmerin ARGE eingeschaltet. Es wurden sämtliche Missstände angegeben. Der ARGE-Mitarbeiter zeigte sich besorgt und empört, und sagte sofort ein Vorbeikommen bei dem Maßnahmenträger zu, bei welchem er sich „alles anschauen“ und die Kursteilnehmer ohne Beisein der Dozenten oder Kursleitung zum Kurs befragen würde.
Da die Kursleitung von ARGE Vorwarnung über den Besuch bekam, wurde sich entsprechend darauf vorbereitet. Die Kursteilnehmer/innen waren zu diesem Zeitpunkt von der Kursleitung bereits so eingeschüchtert, dass sich von 24 nur ca. 5 geäußert und die Missstände bestätigt haben.
Es ändert sich nichts:
Der ARGE-Mitarbeiter zog wieder ab, Kursleitung und Dozenten verhalten sich inzwischen noch unverschämter und der Irrsinn geht ungebremst weiter.
In den Kursräumen herrschen unmenschliche Temperaturen. Die Kursteilnehmer/innen sitzen den ganzen Tag fast Schulter an Schulter in einem Seminarraum (Südseite, d.h. den ganzen Tag Sonne) mit 25 PC´s. Die Dozenten machen nicht auch nur eine Minute früher Schluss und verlangen bis zur letzten Minute volle Konzentration. Wenn einer sich unterhält, wird gleich geschrien!
Die Raumtemperaturen verstoßen auch weiterhin permanent gegen die Arbeitsplatzverordnungen und in der Zwischenzeit schreit das Baby der Kursleiterin auf der Etage, welches sie dort betreut, die Dozenten versammeln sich weiter in den Pausen im Büro und die Kursteilnehmer/innen werden weiter wie Vieh behandelt.
Praktikum von vier Wochen:
Zum Ende des Kurses sollen wir ein Praktikum von vier Wochen absolvieren; ich nenne es "Sklavenverleih". Die Praktikumszeit, die aufgrund der Kurszeit (Mai – Oktober) von keinem Schuljahr abhängig ist, wurde so gewählt, dass sie mit der Praktikumszeit der Fachhochschüler und der Auszubildenden zusammenfällt. In einer Stadt mit ca. 130.000 Einwohnern also ein weiterer Irrsinn, da die Kursteilnehmer/innen nun natürlich unnützerweise härter kämpfen müssen, eine P-Stelle zu finden.
Die Kursleitung sollte laut ARGE beim Finden der Praktikumsstellen helfen. Die Hilfe sah effektiv so aus:
die Kursteilnehmer, die sich bereits um eine P-Stelle bemüht hatten, wurden nach den Adressen der P-Betriebe gefragt und diese wurde dann von der Kursleitung in den beiden parallel laufenden Kursen verteilt, sodass sich alle Kursteilnehmer/innen bei wenigen Betrieben um einen Praktikumsplatz bewerben sollten.
Da dies von uns bei ARGE vorgebracht wurde, bekam der Maßnahmenträger dafür auf den Deckel. Die Kursteilnehmer werden nun willkürlich in irgendwelche Betriebe gestopft, teilweise sogar in Firmen der Lebenspartner der Dozenten. Übernahmechancen gleich null.
Meine Fragen:
Was kann man gegen diesen Irrsinn tun?
Kann es sein, dass man sich als erwachsener Mensch sooo behandeln lassen muss?
(Ich tue es nicht und die Kursleiterin benimmt sich mir gegenüber annehmbar, aber nur deshalb, weil ich ihr klar gesagt habe, dass ich ihre Psychotricks durchschaue)
ARGE hat nichts gegen die Missstände getan, aber wer KÖNNTE uns helfen?
Weshalb werden immer mehr „Office-ManagerInnen“ ausgebildet, wenn es schon so viele davon auf den Arbeitslosenstatistiken gibt?
Sollten wir uns an die örtliche Presse wenden?
Wer hat Ideen?
Wir leiden täglich unter den Zuständen und sind für jede Hilfe dankbar.
Viele Grüße
Muggel<br><br>Beitrag bearbeitet von: muggel, vom: 30.07. 2005 12:00
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