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Kündigung Probezeit Jan. 2006 - 18 oder 27 Monate
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Arbeitslosengeld
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THEMA: Kündigung Probezeit Jan. 2006 - 18 oder 27 Monate
#2894
Kündigung Probezeit Jan. 2006 - 18 oder 27 Monate vor 11 Jahren, 11 Monaten  
Hallo,ich brauche dringend eure Hilfe !

Vorinformationen:
Ich werde am 27.12.2005 58 Jahre jung.
Ich wurde im August 2004 das erste mal in meinem Berufsleben gekündigt. Danach bekam ich Arbeitslosengeld und im März 2005 noch einen 1€-Job.
Am 20.06.2005 wurde ich in einer anderen Firma befristet für 2 Jahre mit 6 monatiger Probezeit neueingestellt. Nun bekam ich gestern Abend (16.12.2005) die Mitteilung das ich die Probezeit nicht bestanden habe und die Kündigung zum 30.01.2006.

So und nun mein Problem:

Bekomme ich dann nur noch insgesamt max. 18 Monate ALG oder habe ich noch den "alten Anspruch der Gesetzeslage aus 2005" von 27 Monaten. Was soll ich machen, noch 2005 selbst kündigen ?
PS: Mein Ehemann ist ALGII-Empfänger.
bnobody

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#2924
Re: Kündigung Probezeit Jan. 2006 - 18 oder 27 Monate vor 11 Jahren, 11 Monaten  
hallo! auf keinen fall selber kündigen,ansonsten droht eine speere von 3 monaten (12wochen) ! wenn du die probezeit nicht überstanden hast, so wie es dein arbeitgeber dir mitgeteilt hat,wirde er dir sowiso kündigen so das du es nicht selber machen mußt,denke an die speere bei selbstkündigung. also kann mann davon ausgehen das du schon vor deiner jetzigen tätigkeit 10 monate arbeitslos warst? wenn das der fall ist wird die zeit von deinem neuen anspruch abgezogen in der zeit wo du arbeitslosengeld beantragt hast. aber am besten ist es vielleicht auch noch, du fragst bei der arbeitslosenmeldung nochmal nach dem anspruch. nach meiner kenntnis läuft die jetzige regelung von maximal 32 monaten am 30.01.06 aus und dann hat mann nur noch 18 monate anspruch auf arbeitslosengeld. von 27 monate anspruch habe ich noch nichts gehört. aber genau wissen die das ja beim arbeitsamt, die dauer deines anspruches. hoffe du hast erfolg!
Franky

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#2967
Re: Kündigung Probezeit Jan. 2006 - 18 oder 27 Monate vor 11 Jahren, 11 Monaten Karma: 11
Hallo Bnobody,

da Du jetzt 58 bist, stelle einen Antrag nach der 58`er Regelung. D.h., Du würdedest nach dieser Regelung in Rente gehen.
Falke
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Dies ist meine persönliche Meinung und keine Rechtsberatung!
 
#2971
Re: Kündigung Probezeit Jan. 2006 - 18 oder 27 Monate vor 11 Jahren, 11 Monaten  
Hallo Bnobody,

habe etwas zur 58` er Regelung gefunden:

Hartz IV: So werden Sie in den staatlich subventionierten Ruhestand geschickt, allerdings mit tiefen finanziellen Einschnitten

Hartz IV – und Millionen Menschen gehen auf die Straße. Dieses neuzeitlich schädliche Phänomen gab es bisher nur in Kriegs- und Besatzungszeiten. Hinter dem Rücken der Bürger entsteht ein regelrechter Ausnahmezustand, der innerhalb der Politik - und das von Fall zu Fall - ausufert in Begeisterung, Resignation und Verschämtheit mit dem Ziel, dass die Parteien nicht mehr viel zu sagen bzw. zu reagieren haben. Doch von offizieller Seite wird das Hartz IV-Konzeptwunder" auch weiterhin als Erfolgsstory präsentiert.
Mit den Mitteln der Vogelfängerei und der Autosuggestion versucht man ohne Skrupel, eine simple, aber wesentliche Wahrheit zu verschleiern: Hartz IV hat bislang nicht nur große Kosten verursacht, es wird zudem wenig einbringen und für eine beträchtliche Anzahl der Bürger lediglich verheerende Folgen zeitigen - vor allem aber noch mehr Arbeitslosigkeit. Zudem bedeutet Hartz IV auch die Vernichtung des Mittelstandes, denn - ausgelöst durch den härteren Wettbewerb der Billiglohnländer - werden die Konjunkturquoten noch gewal-tiger ansteigen als bisher. Zunehmende Firmenpleiten als Folge werden weitere Menschen auf die Straße setzen.
Aus dieser Sicht betrachtet ist Hartz IV noch weit von seinem Ziel entfernt. Für die Politiker hingegen ist es nur eine reine Formsache – nach dem Motto: Packen wir es an und warten gleichzeitig erst einmal ab.
Rund eine halbe Million der älteren Arbeitslosen, die die so genannte 58er-Regelung unterzeichnet haben, die ihnen insbesondere bis zur Rente eine Hilfe in voller Höhe zusicherte, werden nunmehr von der Einführung des Arbeitslosengeldes II besonders hart getroffen. Der Grund: Die Regelung sieht vor, dass Arbeitslose, die 58 Jahre oder älter sind, dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen müssen, gleichwohl aber bis zur Rente ohne Abschläge Arbeitslosengeld oder -hilfe erhalten.
Der Hintergrund für diese Regelung war allerdings mehr als makaber: denn damit sollte lediglich die Arbeitslosenstatistik bereinigt und die Arbeitsvermittler entlastet werden. Denn wer die Regelung unterschrieb, wurde nicht mehr als arbeitslos gezählt, von der Arbeits-agentur aber auch nicht mehr gefördert. Ab Januar 2005 erhalten diese Betroffenen aber nur noch das niedrigere Arbeitslosengeld II. Was allerdings nur wenige wissen: Diese Vereinbarung kann von den Betroffenen rückgängig gemacht werden. Voraussetzung hierfür: eine Wiedereingliederungsvereinbarung.
Dennoch: Dass die Bundesagentur für Arbeit den Betroffenen ermöglicht, von dieser Regelung zurückzutreten und sich wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen, kann nur für einen äußerst schwachen Trost gehalten werden. Denn diese Menschen haben immerhin darauf vertraut, dass sie bis zum Rentenbeginn ihren Lebensstandard halten können. Wäre es den Betroffenen nämlich bewusst gewesen, was auf sie zukommt, hätten diese mit Sicherheit nicht freiwillig auf die Vermittlungsbemühungen des Arbeitsamtes verzichtet und sich selber weiter um einen Job verloren. So aber haben die meisten von ihnen wertvolle Monate verloren.
Die Flucht in die Rente kann zu einer teuren Falle werden
Immer mehr Ältere überlegen zur zeit, aufgrund Hartz IV und der Zusammenlegung von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe einfach früher in Rente zu gehen. Der Grund: Die meisten werden eh nicht mehr vermittelt, andere wiederum erwarten zu geringe Leistungen von der Bundesagentur für Arbeit. Diese Flucht kann allerdings teuer werden, denn wer früher in Rente geht, handelt sich Abschläge bis an sein Lebensende ein. Wer nämlich vor dem 65. Lebensjahr in Rente geht, muss nicht nur deutliche Rentenkürzungen aufgrund von Abschlägen in Kauf nehmen, sondern auch noch Steuern auf die Rente zahlen.
Der Arbeitnehmer muss bei dieser vorzeitigen Altersrente für jeden Monat, den die Rente vor dem 65. Lebensjahr beginnt – lebenslang – 0,3 Prozent Kürzung hinnehmen. Beim Beginn der Altersrente mit dem 60. Lebensjahr wird also die Rente um 18 Prozent gekürzt. Beispiel: Eine Arbeitnehmerin ist am 15.02.1942 geboren, seit dem 01.03.2002 ist sie für die Dauer von zwei Jahren in Altersteilzeit. Zum 01.03.2004 nimmt sie eine Rente nach Altersteilzeit in Anspruch. Die Rente der Arbeitnehmerin wird für den gesamten Zeitraum des Rentenbezugs (nicht nur für die drei Jahre bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres) um 10,8 % gekürzt.
Diese Abschläge werden sogar bei der späteren Witwen- oder Witwerrente abgezogen. Wer beispielsweise mit 60 statt mit 65 Jahren in Rente geht, erhält bis zu 18 Prozent weniger aufs Konto. Selbst schwer behinderte Menschen, die mit 60 statt mit 63 Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden wollen, müssen eine Minderung ihrer Rente von bis zu 10,8 Prozent verkraften. Und noch aus einem anderen Grund ist es riskant, auf das Ausfüllen der Anträge für das Arbeitslosengeld II zu verzichten: Die Zeit der Arbeitslosigkeit wird möglicherweise nicht auf die Rente angerechnet. Wer dagegen die neue Arbeitsagen-turleistung beantragt, erhält für diese Zeit eine Gutschrift auf dem Rentenkonto. Und zwar selbst dann, wenn der Antrag beispielsweise wegen privaten Vermögens abgelehnt wird.
Sicherheit ohne Grenzen: Versprochener Etikettenschwindel
Wer früher in Rente geht, schafft sich damit ein Pulverfass, denn die im vorletzten Absatz angesprochene 10,8-prozentige Rentenminderung ist noch lange nicht das Ende der Kürzungen. Schuld daran ist die politische Schönfärberei mit dem Gesetzesnamen „Alterseinkünftegesetz“. Oder bürgerfreundlicher ausgedrückt: Wo Einkünfte drauf steht, sind Abzüge drin. Betroffen sind hiervon nicht nur die Rentner der 58-er-Regelung, sondern auch die Standardrentner (derzeit 1.176 Euro pro Monat), die neben ihrer gesetzlichen Rente noch weitere Nebeneinkünfte beziehen.
Der Grund: Durch die höhere Besteuerung der gesetzlichen Rente wird ein größerer Teil des steuerfreien Grundfreibetrags durch steuerpflichtige Rentenzahlungen ausgeschöpft. Dadurch übersteigt das zu versteuernde Einkommen in den meisten Fällen den Grund-freibeträge. Die Folge: Neben den Abschlägen auf die Rente muss nun auch noch eine erhöhte Besteuerung der Rente hingenommen werden, denn ab 2050 werden 50 Prozent der Rente besteuert! Zudem werden bis 2040 sowohl der Rentenfreibetrag als auch der Versorgungsfreibetrag und der Altersentlastungsbetrag abgeschmolzen. Auch diese Ab-schläge müssen vom Rentner hingenommen werden.
Noch schlimmer trifft es Rentner, die neben der Rentenversicherung auch noch in eine Lebensversicherung eingezahlt haben. Auch hier müssen Abschläge bis zu 12,06 Prozent in Kauf genommen werden. Beispiel: Ein Versicherter, männlich, Alter bei Ablauf der Grundphase: 60 Jahre, Alter bei Ablauf der Auflösungsphase: 65 Jahre, monatlicher Beitrag: 100 Euro, angenommener Grenzsteuersatz: 35 Prozent.
Eintrittsalter 30 Jahre 40 Jahre 48 JahreLaufzeit der Versicherung 35 Jahre 25 Jahre 17 JahreGarantierte Erlebensfallsumme bei
Ablauf der Auflösungsphase mit 65
Jahren 56.775 € 35.449 € 21.922 €Versicherungsbeginn: 1.10.2004,
Gesamtleistung inkl. Überschüsse bei
Ablauf der Auflösungsphase mit 65
Jahren (Ohne Steuer, ohne Garantie!) 135.141 € 65.779 € 32.512 €Mit der ab 1.1.2005 gültigen
Besteuerung ergäbe sich nach Abzug
der Steuer eine Gesamtleistung inkl.
der nicht garantierten Überschüsse
von 118.841,32 € 59.517,67 € 30.392,40 €Differenz Gesamtleistung (absolut)- 16.299,68 €- 6.261,33 €- 2.119,60 €Differenz Gesamtleistung (relativ) - 12,06 %- 9,52 %- 6,52 %Um die wachsenden Belastungen aus der demografischen Veränderung nicht nur den Beitragszahlern zuzumuten, soll ab 2005 auch noch ein so genannter Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel die Rentenanpassungen dämpfen. Der Grund: Die Zahl der Beitrags-zahler steigt im Moment langsamer als die Zahl der Rentner. Fakt ist schon heute: Der Nachhaltigkeitsfaktor soll das Wachstum der Renten bis 2030 um rund sieben Prozent min-dern. Sollte es dennoch zu einer Erhöhung kommen, geht diese automatisch vollständig in die Besteuerung ein.
Geht zum Beispiel ein Steuerpflichtiger zum 01.08.2005 in Rente, und erhält dieser eine monatliche Rente in Höhe von 1.000 Euro, und erfolgt zum 01.07.2007 eine Rentenan-passung auf 1.100 Euro monatlich, ergibt sich folgende trauriger Schauspiel: Im Jahre 2005 erhält er eine anteilsmäßige Rentenzahlung vom 01.08. bis 31.12. in Höhe von 5.000 Euro (5 x 1.000 Euro). Hiervon beträgt der steuerpflichtige Rentenanteil (50 %) 2.500 Euro. Abzüglich einem Werbungskosten-Pauschbetrag in Höhe von 102 Euro muss der Rentner insgesamt 2.398 Euro versteuern.
Noch schlimmer trifft es den Rentner im Jahre 2006. Hier erhält er Rentenzahlungen in Höhe von 12.000 Euro (12 x 1.000 Euro). Der steuerpflichtige Rentenanteil (auch hier 50 %) beträgt 6.000 Euro, abzüglich dem Werbungskosten-Pauschbetrag in Höhe von 102 Euro muss er jetzt 5.898 Euro versteuern. Und last but not least schlägt der Staat im Jahre 2007 mit Vollendung zu, denn jetzt wird die Rente zweigeteilt: zum einen in Rentenzah-lungen vom 01.01. bis 31.06., d.h. 6 x 1.000 Euro = 6.000 Euro, und in Rentenzahlungen vom 01.07. bis 31.12. nach der Rentenanpassung, d.h. 6 x 1.100 Euro = 6.600 Euro. Insgesamt also 12.600 Euro. 6.000 Euro Rentenanteil sind steuerfrei, abzüglich Werbungs-kosten-Pauschbetrag müssen nunmehr 6.498 Euro versteuert werden.
Wer im Berufsleben zwar noch tätig sein kann, eine Erkrankung diese Menschen aber daran hindert, ihren erlernten Beruf oder ihre langjährige Tätigkeit weiter auszuüben, muss auch noch die Anforderungen des Arbeitsplatzes und seine Fähigkeiten in Einklang bringen. Zwar leistet in all diesen Fällen die gesetzliche Rentenversicherung für medizi-nisch notwendig werdende Rehabilitationen, aber auch hier können nur die wenigsten einen Anspruch auf Leistungen beanspruchen. Keinen Anspruch auf Leistungen hingegen haben all diejenigen, die Bezieher oder Antragsteller einer Rente wegen Alters von wenigstens zwei Dritteln der Vollrente sind (auch wenn der Antrag auf Altersrente erst in den nächsten sechs Monaten beabsichtigt ist) sowie Versicherte im Vorruhestand.
Gleiches gilt für Versicherte im Altersteilzeitmodell (Blockmodell), die innerhalb der nächsten sechs Monate in die passive Phase der Altersteilzeit übergehen und für Empfänger von Leistungen, die regelmäßig bis zum Beginn einer Altersrente gezahlt werden. Auch Versicherte, die wegen eines Arbeitsunfalls, einer Berufskrankheit oder eines Versorgungsleidens eine Leistung von einem anderen Rehabilitationsträger (z.B. Berufsge-nossenschaft oder Versorgungsamt) erhalten, kommen nicht in den Genuss der Leistungen durch die gesetzliche Rentenversicherung.
Herber Rückschlag – insbesondere für Frauen
Auf der einen Seite darf wegen den geringeren Renteneinnahmen bei den Betroffenen nicht früher in Rente gegangen werden, auf der anderen Seite orientieren sich die Hartz-Gesetze zu sehr an der Einverdiener-Ehe und tragen somit dazu bei, dass noch mehr Frauen aus dem Arbeitsmarkt in die „stille Reserve“ gedrängt werden. Denn wie bekannt, wird künftig auch das Partnereinkommen verstärkt angerechnet. Dadurch fallen allein rund zwei Drittel der Frauen aus der Förderung heraus. Wer jetzt den vorzeitigen Ruhestand sucht, hat massive Abschläge – nicht zuletzt wegen der Erziehung der Kinder. Wer keinen vorzeitigen Ruhestand sucht, bekommt jetzt aber auch kein Arbeitslosengeld II, denn nun muss zuerst auf die Ersparnisse des Partners zurück gegriffen werden.
Die Folge: Die Hartz-Gesetze treiben die Frauen verstärkt in die finanzielle Abhängigkeit von Lebensgefährten und Ehemännern. Auch werden infolge der Hartz-Gesetze immer mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze abgebaut und durch Minijobs ersetzt. Doch gerade Minijobs sind zu 70 Prozent Frauensache – und die wiederum führen lediglich zu Minirenten, denn es werden nur minimale Beiträge zur Renten- und Krankenversi-cherung gezahlt. Eine Schönrechnerei auf Kosten der Vorruheständler. Um das 58er-Problem zu entgehen, hatte sich die Bundesregierung auf die Fahnen geschrieben, dass insbesondere Frauen eine eigenständige Altersversicherung erhalten sollen.
Statt dessen hat man hier nur Erschwernisse eingebaut. Denn gerade Frauen, die im Niedriglohnbereich arbeiten, haben kaum noch einen finanziellen Spielraum für eine private oder betriebliche Altersversorgung. Dies wird für Frauen nicht nur immer größere Altersarmut bedeuten, da künftig auch noch das Kindergeld voll einberechnet wird. Eine Mutter muss jetzt auch noch jede zur Verfügung stehende Arbeit annehmen, sobald ihre Kinder älter sind als drei Jahre. Allein erziehende Mütter werden hier mit samt ihrer Kinder an den Rand des Existenzminimums gedrängt. Frauen und Rentner aus der 58er-Regelung sind somit die großen Verlierer der Hartz-Reform.
Ausweg: Teilrente statt Altersteilzeit
Im Vergleich zur Altersteilzeit, die in der Praxis eine für Beitrags- und Steuerzahler teure Form der Frühverrentung darstellt, besitzt die Teilrente ihren Charme. Sie ist die deutlich kostengünstigere Variante der Altersteilzeit. Sie vermeidet nicht nur die Nachteile der Altersteilzeit, sondern kommt auch noch den Wünschen derjenigen Arbeitnehmer entge-gen, die in den letzten Jahren vor dem Ruhestand kürzer treten wollen. Gleichzeitig sind die finanziellen Einbußen geringer als beim Vorruhestand.
Bei der Teilrente können Arbeitnehmer ab einem Alter von 62 Jahren ihren bis dahin erreichten Rentenanspruch zu einem Drittel, zur Hälfte oder zu zwei Dritteln in Anspruch nehmen – mit einem Vorruhestands-Abschlag von 3,6 % im Jahr. Dieser wird aber nur auf die Teilrente angewendet; später, wenn es mit 65 die volle Rente gibt, bleibt der andere Teil abschlagsfrei. Je nach Höhe der Teilrente ist der Hinzuverdienst nach oben allerdings be-grenzt; dessen Obergrenze wird mit einer komplizierten Formel in jedem Einzelfall nachge-rechnet. Bezieht ein westdeutscher Durchschnittsverdiener zum Beispiel ab einem Alter von 62 Jahren eine halbe Rente, bekommt er in diesem Jahr von der Rentenkasse immerhin knapp 490 Euro pro Monat ausgezahlt.
Daneben darf er fast 1.372 Euro pro Monat hinzuverdienen – zuzüglich zweier Sonder-zahlungen pro Jahr jeweils bis zur Höhe eines Monatsverdienstes. Lässt man Renten- und Lohnsteigerungen außer Acht, kommt der Halbrentner bis zu seinem 65. Geburtstag auf ein Bruttoeinkommen von 1.862 Euro, pro Monat, mit zwei Sonderzahlungen sogar auf umge-rechnet 2.090 Euro. Das sind lediglich rund 360 Euro pro Monat weniger als ein durchschnittliches Vollzeitentgelt. Dafür aber arbeitet er bis zu drei Jahre lang nicht mehr ganztags. Wenn der Betroffene die Regelaltersgrenze von 65 Jahren erreicht hat, wird auch die zweite Hälfte der Rente ausgezahlt – und zwar ohne Abschläge und einschließlich der in der Teilzeitbeschäftigung zusätzlich erworbenen Anwartschaften.
Unter dem Strich kommt der Ex-Teilzeitrentner dann auf rund 1.089 Euro pro Monat.



Im Gegensatz zur Altersteilzeit wird die Teilrente nicht nur den belangen des Unterneh-mens gerecht – schließlich bleibt der Teilzeit-Mitarbeiter/Rentner länger im Betrieb. Auch die Steuer- und Beitragszahler werden geschont, weil die Bundesagentur – anders als bei der Altersteilzeit – keine Zuschüsse zahlt und die Teilrentner im Rahmen des Zuverdienstes weiter Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung entrichten. Als Frührentner hin-gegen zahlen sie lediglich Kranken- und Pflegebeiträge; Renten- und Arbeitslosenversiche-rung gehen aber leer aus!
Teilrente kann derjenige beantragen, der die Voraussetzungen für den Bezug der Altersvollrente vorweisen kann. Hierzu gehören neben der Wartezeit auch das Erreichen einer bestimmten Altersgrenze (in der Regel das 60. oder 63. Lebensjahr). Arbeitnehmer, die diese Voraussetzungen dafür erfüllen, können gleichzeitig eine Rente beziehen und arbeiten (bspw. 50/50). Damit schließen sich also Arbeit und Teilrente nicht aus. Durchaus möglich ist aber auch, eine Teilrente zu beziehen und überhaupt nicht mehr zu arbeiten.
Beim Anspruch auf Teilrente kann der Arbeitnehmer zwischen verschiedenen Arten wählen: nämlich zwischen einem Drittel, der Hälfte oder zwei Drittel der individuellen Altersrente. Bei Anspruch auf Alters-Vollrente in Höhe von monatlich 750 Euro beträgt die Höhe der Teilrente dann entweder 250, 375 oder 500 Euro monatlich. Es hängt also stets von der individuellen Lebenssituation ab, welchen Teil der Alters-Vollrente ein Arbeitneh-mer für sich in Anspruch nimmt. Wer sich also leisten kann, nur zur Hälfte zu arbeiten und zur Hälfte eine Teilrente zu beziehen, der hat dazu die Möglichkeit.
Allerdings fällt - je nachdem, welche Art gewählt wird -, auch der erlaubte Hinzuverdienst aus. Denn dieser ist stets unterschiedlich hoch. Hierbei spielt allerdings die Arbeitszeit selbst keine entscheidende Rolle. Im Klartext: Arbeitnehmer müssen ihre Arbeitszeit nicht auf die Hälfte begrenzen, wenn sie zur Hälfte eine Teilrente beziehen wollen. Sie haben vielmehr die Möglichkeit, auch eine höhere Stundenzahl zu arbeiten. Entscheidend ist vielmehr, wie viel ein Arbeitnehmer hinzuverdient.
Die Auswirkungen (Beispiel 1): Zwei Versicherte, jeweils geboren im Dezember 1941, 35 Jahre pflichtversichert. Aufgrund der Erfüllung der rentenrechtlichen Voraussetzungen besteht die Möglichkeit, im Januar 2005, also mit 63, in Rente zu gehen. Beide fallen voll in die Verschiebung der Altersgrenze, d.h. Rente mit 63 – aber mit Abschlägen. Oder: weiter arbeiten bis zum Jahr 2007, also bis zum 65 Lebensjahr. Wer mit 63 in Rente geht, hat 7,2 Prozent Abzüge (0,3 % x 24 Monate) hinzunehmen.
Versicherter A tritt am 1. Januar 2005 mit 63 Jahren in den Ruhestand. Monatlich erhält er 500 Euro – wegen der Abschläge nur 464 Euro. Versicherter B geht erst im Jahre 2007 in den Ruhestand, nämlich mit 65 Jahren. Monatlich erhält er 500 Euro an ungekürztem Altersruhegeld. Gewinner ist jedoch A! Denn wenn Versicherter B erstmals seine Rente bezieht (500 Euro), hat Versicherter A bereits 11.136 Euro kassiert. Erst im Laufe der Zeit wird B mit A gleichsetzen, und zwar nach ca. 25 Jahren (also mit 90 Jahren).
Beispiel 2: Wiederum zwei Versicherte, jeweils geboren im Dezember 1944, 35 Jahre pflichtversichert. Aufgrund der Erfüllung der rentenrechtlichen Voraussetzungen besteht auch hier die Möglichkeit, im Januar 2005, also mit 60, in Rente zu gehen. Auch in diesem Fall fallen beide voll in die Verschiebung der Altersgrenze, d.h. Rente mit 60 – aber mit Abschlägen. Oder weiter arbeiten bis zum Jahr 2010 – bis zum 65. Lebensjahr. Wer jedoch mit 60 in Rente geht, hat 18 Prozent an Abzügen (0,3 % x 60 Monate) hinzunehmen.
Versicherter A tritt am 1. Januar 2005 mit 60 Jahren in den Ruhestand. Monatlich erhält er statt 500 Euro – wegen der Abschläge – lediglich 410 Euro. Versicherter B geht erst im Jahre 2010 in den Ruhestand – also mit 65 Jahren. Monatlich erhält er 500 Euro an ungekürztem Altersruhegeld. Gewinner ist auch hier wieder A! Denn wenn Versicherter B zum ersten mal seine Rente bezieht (500 Euro), hat Versicherter A bereits 24.600 Euro kassiert. Erst im Laufe der Zeit wird B mit A gleichsetzen, und zwar nach 22 Jahren (also mit 87 Jahren).
Arbeitnehmer und künftige Rentner müssen von daher nur ausschließlich auf ihre individuelle Hinzuverdienstgrenze achten und diese auch einhalten. Dann ist sogar ein Wechsel zwischen den verschiedenen Teilrenten-Arten möglich. Dies wiederum bedeutet für den Arbeitnehmer: Er kann zunächst einmal mit der Ein-Drittel-Rente beginnen und dann anschließend in zwei Schritten seinen Arbeitsanteil und damit auch sein Einkommen reduzieren. Dabei kann er gleichzeitig auch seine Teilrente, die er in Anspruch nimmt, erhöhen. Hierbei unterliegt das Einkommen aus der Teilbeschäftigung immer der weiteren Versicherungspflicht, denn aus dem Einkommen muss der Arbeitnehmer weiter Beiträge an die Rentenversicherung abführen. Durch diese Beitragszeiten wird allerdings auch die spätere Alters-Vollrente weiter erhöht.
Der Nachteil an diesem Modell: Arbeitnehmer haben grundsätzlich keinen Anspruch auf einen Teilzeitarbeitsplatz, wenn sie in Teilrente gehen wollen. Allerdings steht jedem das Recht zu, von seinem Arbeitgeber zu verlangen, dass die Möglichkeiten einer Teilzeitbe-schäftigung erörtert werden. In diesem Falle ist der Arbeitgeber sogar verpflichtet, zu den Vorschlägen des Arbeitnehmers Stellung zu beziehen. Lässt sich der "alte" Arbeitgeber nicht darauf ein, darf der Arbeitnehmer auch bei einem anderen Arbeitgeber einer Teilzeit-beschäftigung nachgehen.

Gruß
Remhagen
Remhagen

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