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Restanspruch ALG1 und Berechnung
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Arbeitslosengeld
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THEMA: Restanspruch ALG1 und Berechnung
#13621
Restanspruch ALG1 und Berechnung vor 10 Jahren, 5 Monaten Karma: 0
Hallo zusammen,

habe mich gerade neu hier angemeldet. Um euch das Dilemma zu erklären muss ich ein bisschen weiter ausholen, also sorry, falls es etwas länger wird.

Also, hier geht es nicht direkt um mich, sondern um meine Lebensgefährtin. Sie war von Januar 2006 bis einschließlich September 2006 arbeitslos, hatte vorher in einem Privathaushalt in Köln gearbeitet, in der Zeit ganz normal ALG1 bezogen. Da sie in Köln nichts neues gefunden hat, sind wir Ende September nach Norddeutschland gezogen, da sie dort einen neuen Job als Hauswirtschaftsleiterin in einem Altenpflegeheim gefunden hat. Das Arbeitsamt hat den gesamten Umzug finanziert und einen 4-monatigen Eingliederungszuschuss bezahlt (weil sie vorher als normale Hauswirtschafterin tätig war und eben vieles neu lernen musste). Soweit so gut. Leider ist meine Freundin nach Ablauf der Probezeit krank geworden (na gut, krank ist sie schon seit Jahren, aber es wurde jetzt im Mai erst festgestellt, was ihr tatsächlich fehlt, und es hatte sich einfach in den letzten Monaten drastisch verschlechtert, was niemand voraussehen konnte, sonst hätten wir den Schritt mit dem Umzug nie gemacht). Bereits im Krankenhaus wurde ihr gesagt, dass es besser sei, sich einen neuen Job zu suchen, da die Arbeit generell körperlich zu anstrengend sei und außerdem Schichtarbeit bei der Krankheit gar nicht gut sei. Na ja, woher nehmen wenn nicht stehlen auf dem Arbeitsmarkt heute? Sie war insgesamt 4 Wochen krank geschrieben und geht seit knapp 2,5 Wochen wieder arbeiten. Allerdings mit katastrophalen Folgen, sowohl gesundheitlich als auch seelisch, da sie nun zusätzlich der "Sündenbock" für eine völlig cholerische Chefin ist, die kein Verständnis dafür hat, wenn jemand krank ist (einer anderen Mitarbeiterin wurde jetzt sogar der Vertrag nicht verlängert, weil sie 2006 insgesamt 12 Tage krank war, das sei "untragbar"). Nun wurde sie mehr oder weniger freiwillig von 40 auf 30 Wochenstunden runtergestuft (ab 01. Juni), wenn man mal anguckt, was jetzt als Restgehalt übrig bleibt, hätte sie auch Hartz IV beantragen können (bitte jetzt nicht so verstehen, als wenn sie keinen Bock hätte zu arbeiten, sie liebt ihren Job eigentlich und hat immer viel und gerne gearbeitet, nur ist sie eben körperlich fertig und da es sich um eine chronische Krankheit handelt, wird sich das in absehbarer Zeit nicht bessern. Nebenbei bemerkt finde ich es einfach furchtbar, dass man in Deutschland mit einem 30 Wochenstunden Job finanziell schlechter darsteht als mit Hartz IV, aber das echt nur nebenbei).

Lange Rede kurzer Sinn, sie erwägt ernsthaft eine Kündigung als gesundheitlichen Gründen, da sie lieber heute als morgen aus dem Laden weg will (seit ihrer Krankheit bekommt sie nur noch A...karten-Schichten à la 3 Tage früh, 2 Tage spät, ein Tag früh, 1 Tag spät und 5 Tage früh, also immer 12 Tage am Stück mit diesen Wechseln, würde man vermutlich auch als gesunder Mensch auf die Dauer kaum aushalten). Und sie schafft es einfach körperlich nicht mehr, lebt quasi nur noch um zu arbeiten und anschließend mit unerträglichen Schmerzen in der Ecke zu liegen.

Nun meine Fragen:
1) wenn ich das richtig sehe bleibt ihr ein Restanspruch auf ALG1 von 3 Monaten, oder?

2) wonach richtet sich die Höhe des ALG1? Nur nach dem aktuellen Verdienst (der ja, da sie seit 2,5 Wochen nur 30 Stunden arbeitet, sehr sehr niedrig ist), oder wird auch berücksichtigt, was sie von Oktober 2006 bis Mai 2007 bzw. in ihrem früheren Arbeitsverhältnis in Köln verdient hat?

3) ich weiß, das würde eher ins Hartz IV Forum gehören, aber ich schreib es trotzdem mal mit hier rein. Wenn sie in den 3 Monaten keinen neuen Job finden würde und in Hartz IV kommt, kann mir jemand sagen, ab welchem monatlichen Verdienst von mir ich voll für sie mit aufkommen müsste und sie nichts mehr vom Amt bekommt. Das ist nämlich leider auch mega-kompliziert, ich arbeite freiberuflich als Übersetzerin, habe also kein regelmäßiges Einkommen, und die Monatseinnahmen können schon mal von 300 € in einem Monat und 2.000 im nächsten Monat (klar, dass ich sie in solchen Monaten unterstützen würde, habe ich auch kein Problem mit) variieren. Das Problem ist halt, dass ich kein "festes" Einkommen habe, was ich beim Amt angeben könnte, und wir beide wirklich extreme Existenzängste haben im Moment, weil wir einfach keine Erfahrung damit haben, wie das alles funktioniert.

Würde mich echt freuen, wenn ihr uns den einen oder anderen Tip geben könntet, wie wir aus dem Schlamassel am geschicktesten wieder rauskommen. Bin wirklich mit den Nerven am Ende, da ich meiner Freundin täglich dabei zusehe, wie sie quasi auf dem Zahnfleisch zur Arbeit kriecht.

Liebe Grüße,
Jessica
Jessi2712
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#13675
Re: Restanspruch ALG1 und Berechnung vor 10 Jahren, 5 Monaten Karma: 1
Hallo Jessi,

die Situation deiner Lebensgefährtin ist ja wirklich festgefahren. Ich hoffe die Krankheit ist nicht allzu schlimm!?

Vorneweg:
Bevor sie das Arbeitsverhältnis selbst löst, soll sie sich zunächst an die zuständige Agentur für Arbeit wenden - die, die in Wohnortsnähe liegt.
Dort soll sie ihre Bedenken bezüglich ihrer Arbeitsstelle ausführlich beschreiben (bei den Kollegen in der Eigangszone).
Dort kann man ihr helfen. Es kann sein, dass sie beim ärtzlichen Dienst (in der Agentur für Arbeit) eine Untersuchung machen lassen, oder eventuell zum psychologischen Dienst (in der AA) muss. Diese bescheinigen dann, ob die Arbeit für sie gesundheitlich/psychologisch zumutbar ist. In dem Fall der Nicht-Zumutbarkeit kann sie das Arbeitsverhältnis selbst lösen, ohne mit Sanktionen rechnen zu müssen.

Auf jeden Fall soll sie unbedingt BEVOR sie ihre Arbeit kündigt mit ihrer Agentur für Arbeit sprechen, ansonsten droht ihr eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen (3 Monate)!

zu 1)
Wenn sie einen Anspruch von 360 Tagen (1 Jahr) hatte, bleibt ihr ca. ein Rest von 3 Monaten. Durch den Eintritt einer Sperrzeit von 3 Monaten kann dieser allerdings schnell wieder verschwinden! Den Restanspruch kann sie nur 4 Jahre geltend machen.

zu 2)
Die Höhe des ALG1 richtet sich (grob gesagt) nach dem, was sie im letzten Jahr vor Antragstellung verdient hat. War sie aber innerhalb von 2 Jahren vor Antragstellung arbeitslos, bekomt sie mind. soviel ALG wie sie damals bekommen hatte.
Z.B. Sie stellt den Antrag auf ALG am 01.07.07, dann wird geguckt, ob sie bis zum 02.07.05 (2 Jahre vorher) schoneinmal ALG bezogen hat. In dem Fall deiner Lebensgefährtin war das im Jahr 06, also bekommt sie auf jeden Fall die 3 Monate ALG mind. das, was sie 06 monatlich bekommen hat. (wenn keine Sperrzeit eintritt)

3)Mit ALG II kenn ich mich nur wenig aus!

Ich hoffe ihr findet eine Lösung!
Gute Besserung deiner Lebensgefährtin
Liebe Grüße, Hannah!!!
Hannah
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