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Gefühlswelt eines Arbeitslosen
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Zum Ende gehenSeite: 12
THEMA: Gefühlswelt eines Arbeitslosen
#6048
Gefühlswelt eines Arbeitslosen vor 11 Jahren, 8 Monaten  
hallo leute,
ich bin grad durch zufall auf diese Seite geraten und habe mir eure beiträge durchgelesen und war ganz begeistert das es so eine Seite überhaupt gibt. Ich befinde mich nämlich selber gerade in einer schwierigen Situation. Ich bin mit 16 von zuhause ausgezogen weil ich dort ziemliche Probleme hatte. Zu dieser Zeit wurde ich noch vom Jugendamt betreut. Inzwischen bin ich seit dem Februar 18 und muss mich durch die Ämter kämpfen. Die (ARGE), haben es tatsächlich fertiggebracht mich 1 1/2 Monate ohne Geld sitzen zu lassen. Habe auch weiterhin ziemliche Probleme mit ihnen und muss mich irgendwie durchs leben schlagen. Gleichzeitig besuche ich die 11 Klasse und mein Ziel war es eigentlich gewesen Abitur zu machen, doch mir wird jegliches Geld für bestimmte Lehrmittel/Lehrfahrten oder Klassenfahrten
verwehrt.
Nun zuzeit haben wir in der Schule eine Projektwoche zum Thema Arbeit. Ich habe mir als Unterthema die "Gefühlswelt eines Arbeitslosen" ausgesucht, weil ich es satt habe immer nur über Zahlen und Fackten zu sprechen und dabei nicht die Gefühle einzubeziehen.
Wie fühlt sich beispielsweise ein Mensch der Arbeitslos geworden ist? Wie geht er damit um? Was für ein gefühl ist das von anderen als Staatslast beschimpft zu werden?
Mit diesen dingen beschäftige ich mich derzeit Privat und auf schulischer Ebene. Meine Projektwochen laufen jetzt noch bis zum 22.03.06 und ich versuche noch so viele Informationen und Lebensgechichten wie möglich zu sammeln. Menschen auf der Strasse anzusprechen fällt inem dabei nicht so leicht. Deswegen versuche ich es hier. Ich würde mich freuen wenn ihr mir schreiben würdet und mir eure Persönliche Situation oder Erfahrungen schildern würdet. Wäre auch bereit E-mail oder Telefonkontakt aufzunehmen.
Ich hoffe ihr meldet euch einfach mal, mir liegt nämlich sehr viel daran, andere auf meinem Projektvortrag zu informieren um ihnen zu zeigen wie es so einigen tag täglich geht, weil ich glaube das es vielen garnicht bewusst ist.

Liebe grüße dennis
schnuffi

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#6049
Re: Gefühlswelt eines Arbeitslosen vor 11 Jahren, 8 Monaten Karma: 0
sorry ich habe grad gemerkt das ich garnicht eingloggt war,jetzt aber!
schnuffi
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#6063
Re: Gefühlswelt eines Arbeitslosen vor 11 Jahren, 8 Monaten Karma: 42
Hallo Dennis,

dein Thema kann ich nur begrüßen. In der Medienhetzte wird leider eben vergessen, welche Gefühle Menschen haben, wenn sie plötzlich "Sozialschmarotzer" sind. Schlag die Zeitung auf oder mache das TV an.... diese diffamierten Menschen haben aber zumeist bereits 20 Jahre und mehr gearbeitet. Sind aber nun zu teuer. Eine Sekki mit 25 Jahren hat vielleicht einen hübscheren Popo und macht die Launen des Bosses für den halben Preis mit. Mangelnde Erfahrungen spielen keine Rolle. Warte doch schon der nächste Kandidat. Meine Realität zeigt mir; ab 35 laß dich direkt einsargen. Die Gefühle; erstmal genießt du die freie Zeit ... ein bisserl wie Urlaub ... dann kommt das Gefühl nicht mehr wichtig zu sein - kein Schwein brauch dich - die Kollegen und Freunde rufen zwar an aber du kannst nichts mehr erzählen - dann kommt bei vielen das was wirklich kaputt und oft krank macht .... du wirst dich völlig wertlos und überflüssig fühlen ... und selbst wenn du die Energie aufbringst das TV einzuschalten ... genau das hörst du wie du schmarotzt ... tja und dann beginnt oft das Ende. Um dich umzubringen fehlt dir der Mut - bleibt die Flucht in die spätere Sucht und dann hat die Gesellschaft erreicht was sie braucht; den Sündenbock

Parallelen zur Vergangenheit sind wohl rein zufällig....Grüßele Farnmausi<br><br>Post ge&auml;ndert von: Farnmausi, am: 15/03/2006 20:34
Farnmausi
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Natürlich spreche und rate ich nur aus persönlicher Erfahrung
 
#6112
Re: Gefühlswelt eines Arbeitslosen vor 11 Jahren, 8 Monaten Karma: 0
Hi Farnmausi,
vielen Dank für deinen Beitrag, hab mich sehr darüber gefreut die meinung von jemanden anderen zu hören. Suche aber immer noch leute für ein Interview zu diesem Thema. Wie schon gesagt wollte ich dies in einem Vortrag in der Schule thematisieren. Dazu brauche ich noch informationen über die Lebenverhältnisse von Menschen die Arbeitslos geworden sind: Wie sie damit umgehen, wie ihr Umfeld darauf reagiert, wie es finanziell aussieht, ob sie Kinder haben, womöglich verbundene Depressionen und und und.
Würd mich deshalb freuen wenn du mir etwas über deine persönliche geschichte/Ehrfahrungen erzählen würdest?!

Bis denn dennis
schnuffi
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#6118
Re: Gefühlswelt eines Arbeitslosen vor 11 Jahren, 8 Monaten Karma: -6
Hallo schnuffi!

Tja, wie sind die Lebensverhältnisse eines Arbeitslosen? größtenteils bestehen diese nur aus Einschränkungen in allen bereichen in einer art und weise wie man sich es als Arbeitnehmer nicht vorstellen kann, du überlegst dir es schon ob du die Heizung andrehst oder lieber noch was überziehst, bei mir gibt es ausschließlich nur Tee und eine viertel wanne muß dann auch für zwei Personen reichen (hab ein Kind 13 Jahre), weihnachten oder geburtststage werden beinah zum Alptraum weil es eh nur zu einer riesen Enttäuschung wird, man könnte sparen, wenn man wüßte wo und für meine Kind verzichte ich liebend gern auf vieles, man könnte von Rücklagen leben, wenn man welche besitzen dürfte.
es ist nicht so das die Arbeitslosigkeit abends um 6 vorbei ist und man &quot;Feierabend&quot; hat, das ist man rund um die Uhr und das geht derartig an die substanz das man ständig nur am Grübeln ist, manchmal kommen Probkleme mit dem Amt hinzu, dann herrscht erst recht Explosionsgefahr. über einen Punkt ist aber niergends etwas zu lesen oder zu hören, aus meinen eigenen Kreisen endete hartz IV bereits zwei mal tödlich, ich bin froh das ich mein Kind hab, das ist momentan der einzige halt den ich habe, da werde ich gebraucht.
Man dreht sich wie ein hamster in seinem Rad, nur dieses hat wenigstens einen Ausgang.
führe dir vor Augen wie es ist mit derartigen Einschränkungen zu leben wie wir es tun müssen, man kann nicht wohnen wo und wie man möchte, den Wohnsitz zu verlassen um z.b. mal paar tage zum Ausspannen weg zu fahren ist uns nicht gesattet, über alles selbst kleinste Intimitäten wenn plötzlich ein Partner auftauchen sollte muß man rechenschaft ablegen, die Wohnung vor schnüfflern vom Amt zu verschließen ist auf Dauer nicht möglich,das hat etwas von &quot;freiem Vollzug&quot; und unsere Würde wird untergraben.
Die werbung macht uns weis wir sind deutschland, nur das die personen die uns das glaubhaft machen wollen alles gestandene Leute sind und ein kleines erfolgreiches Familienunternehmen zu führen ist auch Quatsch in unsrem Fall.
Wir müssen unsere bemühungen um arbeit offen legen, sitzt man beim Amt heißßt es oftmals &quot;ich kann ihnen zur Zeit auch keineAngebote unterbreiten&quot; aber WIR sollen uns diese aus den Rippen schneiden, egal wie.
Ein gewisses vertrauen auf Ämter ist sowieso dahin, es gibt Fragen die traut man sich einfach nicht zu stellen weil man nie weiß was das nachsich ziehen kann.
Hat man in seinem Umfeld Freunde die auch Arbeitslos sind ist es die beste Möglichkeit sich gegenseitig noch mehr so richtig runter zu ziehen, neue leute lernt man nicht kennen, von sich aus nicht, Arbeitslos, wie steht man denn da....man könnte ja noch nicht mal mit irgendwo hin gehen weil das geld dafür nicht da ist. Hat man Freunde mit arbeit wird man schief angesehen und es geht in gesprächen mit denen nur um ihren Job, wie ausgelastet sie sind und was sie sich wieder neues angeschafft haben.....
Ich jedenfalls habe irgendwan angefangen alleine da zu sitzen weil ich so oder so ein schlechtes gewissen habe ach so, NATÜRLICH würde dir JEDER gern helfen wenn er könnte, jedenfalls vor deinem Rücken, hinten rum bist du nur zu faul und wer weiß ob du überhaupt was gegen deine Arbeitslosigkeit unternimmst. Weißt du, man fängt sogar an sich gegenüber seinen Nachbarn zu schämen weil man den ganzen Tag zu Hause &quot;rumlungert&quot;.
Wenn man mal Verwante trifft auf festen oder so gibt es natürlich nur ein thema, wie erfolreich sind ihre Kinder im Job, da übertrifft einer den anderen und man hat das gefühl das sie einen regelrecht von der seite anschielen wie &quot;na und du kleiner Versager, kannst da ja nicht mit halten&quot; aber schau uns mal an, also vermeidet man selbst solche zusammenkünft und sieht zu wie man alleine das beste daraus machen kann, ich hab mir z.b. viele dinge gesucht die ich ehrenamtlich mche, ständige mithilfe bei einer privaten Literarischen Sammlung, wird in der Schule mal eine Aufsichtsperson gesucht, Elternrat,Aushilfe bei Festivitäten in der Sadt oder bei Vereinen,öffentliche Putzaktionen, wenn ich gerufen werde stehe ich gewehr bei Fuß ohne auf arbeit oder zeit zu schauen, ich bin nicht faul, ich mache Sachen die sonst vielleicht keiner machen würde aber dadurch habe ich keine Arbeit bei der ich verdiene.
Und es dauert nicht lange, steht das nächste Problem ins haus, eine Ausbildungsstelle und damit geht alles wieder von vorn los....
Viele Grüße von tammy
Tammy
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Wir brauchen mehr Arbeitsplätze, nicht mehr Druckmittel gegen Arbeitslose ( Heinrich Franke)
 
#6143
Re: Gefühlswelt eines Arbeitslosen vor 11 Jahren, 8 Monaten  
Hallo tammy,
vielen Dank für deinen Beitrag.
Wenn ich mir so recht überlege wird es mir richtig schwer fallen diesen Vortrag zu halten zu mal ich selbst in dieser Situation stecke.
Ich mein Arbeitslos ist eine Sache, wenn man selbst betroffen ist, man muss auf vieles verzichten und hat so schon schwer damit zu kämpfen.
Aber wie muss es einem dann mit einem Kind gehen? Man
kann es sich nicht leisten &quot;coole&quot; Klamotten zu finanzieren, eine Playstation ist etwas völlig fremdes,
Ausflüge werden auf die häufigkeit von Urlaub begrenzt,
selbst der Gang ins Kino erleichtert die Ersparnisse.
Ich kann mir gut vorstellen, in welcher Situation du dich befindest. Wenn du meinen ersten Beitrag gelesen hast, weist du ja wie es mir ergangen ist. Ich habe beispielsweise überhaupt keine rücklagen, gar nichts.
Und finanziell ist immer noch nicht alles geregelt. Ich lebe sozusagen in den Tag hinein. Geld um Schulbücher zu bezahlen, hab ich keines und wenn ich
es mir dazuverdienen will/muss wird mir über die hälfte abgezogen. Da fragt man sich, wo das Leben noch Sinn macht?! Ein 18 Jähriger Schüler, der bereit ist sein Abitur zu machen, muss vom Arbeitslosengeld
leben ohne jeglichen anspruch auf weitere Unterstützung. In der Schule muss man aber stets gut gelaunt und aufmerksam sein. Und während die anderen nach bestandenen Prüfungen abends feiern gehen, sitzt man zu Hause und heult sich in den Schoß!

Wie sieht es bei dir eigentlich mit einem Partner/Partnerin aus, ich mein kriegst du da noch anderwaltig unterstützung? Oder Elterlicherseits? Ich möchte mich jetzt nicht aufdrängen und in dein Privatleben eindringen, aber mich würde beispielsweise noch interessieren, wie lange du schon arbeitslos bist und wie es dazu gekommen ist?

Bis bald dennis
schnuffi

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