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Arbeiten fuer nen Hungerlohn - Frontal21
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THEMA: Arbeiten fuer nen Hungerlohn - Frontal21
#5728
Arbeiten fuer nen Hungerlohn - Frontal21 vor 11 Jahren, 8 Monaten Karma: 0
Sollten sich heute alle mal ansehen ...
Thema Billigjobs und Ausnutzung der Arbeit suchenden.

Gruss Richy
Hier ist noch mal der Link zur Seite der Sendung:
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,3903240,00.html
Da kann man sich den Bericht nochmal ansehen und auch das Manuskript als PDF-Datei runterladen.
Aber bitte nur zum privaten Gebrauch ... also nicht ins Web stellen.(UrhG)

Gruss Richy<br><br>Post ge&auml;ndert von: Richy, am: 01/03/2006 14:38
Richy
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graphgraph
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„Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer gef&uuml;hrt werden, die ihm anvertraut sind, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist.“
Marcus Tullius Cicero, r&ouml;m. Politiker 106 - 43 v. Chr.
 
#5879
Re: Arbeiten fuer nen Hungerlohn - Frontal21 vor 11 Jahren, 8 Monaten  
@Richy
Ich habe den Bericht gelesen und kann kaum neue Erkenntnisse gewinnen. Mir ist der ausufernde Niedriglohnbereich schon lange ein Dorn im Auge.
Jeder der mit offenen Augen durch die Gegend läuft bekommt davon was mit

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Ich fokussiere mit diesem Statement die zunehmende Prekarisierung in der Arbeitswelt.

Gegenwärtig ist in Deutschland die Armut auf dem Vormarsch. Allerdings ist die Armut nur an den gesellschaftlichen Rändern sichtbar. Noch zählt die breite Masse der Lohnabhängigen noch nicht zu den Armen, aber durch die Prekarisierung in der Arbeitswelt erhöht sich der Druck auf die Löhne, verstärkt wird diese Tendenz durch den massiven Ausbau des Niedriglohnsektors. Schon jetzt gibt es immer mehr arbeitende Arme. Dies ist der Humusboden, wo eines Tages (hoffentlich) Revolutionen gedeihen.

Die realen Einkommenseinbußen bei vielen Lohnabhängigen in Deutschland!

Schaut man sich die europäische Lohnentwicklung in den Jahren 1995 bis 2004 an, so liegt Deutschland mit Minus 0,9 Prozent auf den letzten Platz. Großbritannien hat im gleichen Zeitraum eine reale Lohnzunahme von 25% und selbst die USA glänzen mit knappen 20%. In Großbritannien oder Frankreich liegt der Mindestlohn bei etwa 8,-€. Nur in Deutschland wollen die neoliberalen Kapitalfaschisten mit ihren medialen Verdummung-Claqueuren nichts davon wissen. Es wird höchste Zeit, daß der Mindestlohn auch in Deutschland eingeführt wird. Es ist überhaupt nicht einzusehen, daß immer noch einige Gewerkschafter sich negativ zum Mindestlohn äußern. Apropos, in der Hartz-Kommission saßen drei Gewerkschafts-Spezies, die die Schweinereien mit ausbaldowert haben. Die Gewerkschaftsbasis läßt sich leider von der gelben Gewerkschaftsspitze wie ein Tanzbär durch die Manege führen. Klassenbewußtsein bei den Malochern sucht man allerdings meist vergebens. Einlullendes Tittytainment hat schon lange die Köpfe der arbeitenden Klassen vernebelt.

Zunehmende Prekarisierung in der Arbeitswelt

Die Prekarisierung schreitet munter voran, trotzdem geht die Arbeitslosigkeit nicht zurück. Arbeitslosigkeit ist nicht mit chinesischen Löhnen zu bekämpfen. Noch haben wir in Deutschland keine chinesischen Lebensverhältnisse. Aber wenn der Deregulierungs- und Flexibilisierungsprozeß in diesem Tempo weiter geht, dann werden viele Lohnabhängige zu rechtlosen Heloten die für ein Almosen schuften und die Taschen der Herren Kapitalisten werden voller und voller.
Es gibt auch in Deutschland jede Menge Leiharbeitsfirmen (moderne Sklavenhändler wäre die richtige Bezeichnung) die sich an keine tariflichen Bestimmungen halten. Diese kapitalistischen Sklavenhändler können dank der Hartz-Gesetzgebung nun die Malocher unbefristet (seit 2004) ausbeuten. Viele Betriebe verdünnen ihre Kernbelegschaften und arbeiten oder gründen sogar eigene Leihfirmen, zwecks Profitmaximierung. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit hat schon lange ausgespielt! In der Regel bekommen die Arbeiter bei gleicher Tätigkeit bei Leiharbeitsfirmen 20 bis 40 Prozent weniger Lohn. Diese Tatsache ist ein nicht zu akzeptierender Skandal. Arbeit muß sich wieder lohnen, Flächentarife dürfen nicht weiter ausgehöhlt und die tariflichen Bestimmungen müssen ohne Wenn und Aber rigoros überall angewandt werden. Gerechter Lohn statt Almosen heißt die Devise! Leider sieht die Realität anders aus. Lohn- und Sozialdumping sind mit dem Argument der Globalisierung und der Wettbewerbsfähigkeit offenbar gesellschaftsfähig geworden.

Nicht nur durch Lohnzurückhaltung und hohe Arbeitslosigkeit fließen immer weniger Zaster in die sozialen Sicherungssysteme. Abgesehen von den unsäglichen 1-€-Jobs nehmen auch die Mini- und Midijobs kontinuierlich zu.. Tarifliche Bezahlungen sind in den neuen Bundesländern schon zur Rarität geworden, aber auch in Westdeutschland ist der Lohntrend eindeutig nach unten gerichtet. Die von den Neoliberalisten gewollte tarifliche Zerbröselung ist im vollen Gange und die gelbe Gewerkschaftsspitze schläft und quasselt in ihrer Besoffenheit immer noch von Sozialpartnerschaft.
Wann kommt die Gewerkschaftsbasis und macht den hochbezahlten Fuzzis mal so richtig Feuer unter den faulen Hintern? Woher soll der wirtschaftliche Aufschwung herkommen?

Deutschland ist hochgradig wettbewerbsfähig, alles andere ist verlogenes Geschwätz der Neoliberalisten!

Die Exportkarte ist ausgereizt, denn wir sind Exportweltmeister, also unsere Wettbewerbsfähigkeit ist sehr hoch – auch wenn uns die neoliberalen Kapitalfaschisten gebetsmühlenartig das Gegenteil verkünden. Woran es in Deutschland mangelt, ist die zu geringe Binnennachfrage. Mit einer einseitigen, angebotsorientierte Wirtschaftspolitik verschärft man nur noch die Krisensymptome. Wer bewußt die Nachfrageseite, also die Kaufkraft schwächt, der torpediert die Konjunktur. Diese Binsenweisheit wird bekanntlich von den neoliberalen, marktradikalen Verdummungsaposteln ausgeklammert. Es wird Zeit, daß die kulturelle Hoheit der neoliberalen Kapitalfaschisten mit allen erdenklichen Mitteln gnadenlos bekämpft wird.

Parteien vertreten schon lange nicht mehr die Interessen des Volkes!

Jede Partei ist mit kritischem Auge zu betrachten, selbst die WASG/PDS. Parteien sind nicht geeignet, eine radikale, gesellschaftliche Umgestaltung zu betreiben. Die Bewegung muß aus den Reihen der Prekarisierten und Marginalisierten kommen, die zunehmend ins gesellschaftliche Abseits getränkt werden. Eine Radikalisierung ist unbedingt erforderlich. Ich befürchte aber, daß es alles noch viel schlimmer kommen muß. Die Schmerzgrenze scheint bei vielen Arbeitslosen noch relativ hoch zu sein. Denke ich an die Weimarer Republik, so sind durchaus noch viele Schweinereien denkbar, ohne daß es zu Volksaufständen kommt.
Die träge deutsche Mentalität wird trotz medialer Verdummung irgendwann ihr Ende finden, „denn erst kommt das Fressen und dann kommt die Moral“. Bevor aber real die Wut im Bauche vieler Deklassierter wächst, fließt noch viel Wasser den Rhein runter! Aber wenn der Stein einmal ins Rollen kommt, dann gibt es hoffentlich keine Gnade mehr für die Herrschenden. Die Jakobiner lassen grüßen!

CDU/CSU, SPD, Grüne und FDP sind Parteien die schon seit Jahren die gleiche verfehlte Politik machen. Die von den Herrschenden gewollte Arbeitslosigkeit wird auch weiterhin zunehmen. Eine Vollbeschäftigung wird es in Deutschland und in den anderen westlichen EU-Ländern definitiv nicht mehr geben. Dafür ist der weltweite Konkurrenzkampf um niedrige Steuer-, Umwelt-, Sozial- und Lohnstandards einfach zu groß. WTO, Weltbank oder IWF haben überhaupt kein Interesse daran weltweit Mindeststandards zu errichten. Im Gegenteil, WTO, Weltbank und IWF sind die Einpeitscher der neoliberalen Politik, die hauptsächlich von der imperialistischen USA vorangetrieben wird.. Die Zahl der Prekarisierten und Deklassierten (revolutionärer Bodensatz) wird so sicher wie ein „Amen in der Kirche“ immer größer und das weltweit! WASG/PDS befinden sich gelinde ausgedrückt immer noch im Selbstfindungsprozeß, aber die PDS hat mit ihrer Regierungsbeteiligung in Berlin und MV schon sehr viel Glanz verloren. Auf neoliberalen Einheitsbrei verzichte ich vehement!

Von den gewählten Volksverächtern können wir nicht erwarten, daß sie die Rahmenbedingungen der Wirtschaft kontrollieren, vielmehr kontrolliert die Wirtschaft die Politik. Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze zeigen uns die brutale Marschrichtung der Kapitalseite.

Fast alles was die geldgierigen Profiteure der kapitalistischen Wirtschaftsordnung bisher ausgeheckt haben, geht zu Lasten der Unterschichten. Man muß nur mal die steuerliche Ausplünderung und Umverteilungsorgie von unten nach oben (in den letzten 15 Jahren) untersuchen. Mit Fug und Recht kann man behaupten: In Deutschland herrscht eine Kapitaldiktatur! Die Profiteuere der Ausbeutung werden zwar stets das Gegenteil behaupten, aber das Kapital bestimmt die Richtlinien der Politik. Das demokratische Mäntelchen hat sich im Laufe der Zeit schon deutlich abgenutzt und ist sehr löcherig geworden, jedenfalls, mit Demokratie - im wörtlichen Sinne - hat unser realexistierender Kapitalismus so wenig zu tun, wie der Papst mit Gruppensex.

Barny54
Barny54

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