Die Westfälische Rundschau schreibt dazu Zitat:
"Hartz IV-Betroffene diskriminiert"
Die Stadt hat ein öffentlich zugängliches Forum auf Duisburgs Internetplattform aus dem Netz genommen.
Mitarbeiter von Sozialämtern und Arbeitsgemeinschaften (ARGE) hatten das Fachforum als Informations- und Meinungsaustausch im Zusammemhang mit der Sozialgesetzgebung genutzt. Doch nach verächtlichen Beiträgen gegenüber HartzIV-Empfängern stoppte die Verwaltung die Kommunikationsmöglichkeit. Den Hinweis auf diskriminierende und zum Teil zynische Äußerungen gegenüber ARGE-Kunden hatte das Erwerbslosen Forum Deutschland gegeben. Den Gipfel der Geschmacklosigkeit stellte ein Beitrag eines Wirtschaftswissenschaftlers an der Uni Bayreuth dar. Der hatte in einem Interview mit einem Radiosender gefordert, den Organhandel zur Finanzierung des Lebensminimus freizugeben. Per Link erschien der Beitrag auch in der Internet-Plattform. Die Veröffentlichung führte zu einem regen Meinungsaustausch unter den Nutzern. Martin Behrsing, Sprecher vom Erwerbslosen Forum Deutschland, spricht von „menschenverachtenden” Äußerungen und Kommentaren, die Mitarbeiter von Sozialämtern und Argen zu dem Vorschlag des Professors abgegeben hätten. Einige Mitarbeiter hatten ihre Beiträge anonym als „Hartzer Roller”, „Verdachtschöpfer” oder auch „Idiotenwiese” ins Netz gestellt.
In dem Forum können sich zwar nur städtische und ARGE-Mitarbeiter äußern, doch zu lesen sind die Beiträge von allen Nutzern der städtischen Internet-Adresse. Der Moderator für die Forum-Beiträge sitzt im Sozialamt. Ob Duisburger Mitarbeiter sich ebenfalls diskriminierend geäußert haben, ist kaum zu ermitteln. Bundesweit sind 2100 Nutzer registriert, 49 000 Fachbeiträge erschienen. Die Stadt überlegt, wie sie das Forum neu aufstellen soll. Pressesprecher Frank Kopatschek: „Es soll als geschlossene Plattform nur noch registrierten Fachleuten der Sozialämter und Argen zur Verfügung gestellt werden.”
Quelle:
www.derwesten.de/nachrichten/staedte/dui...05082737/detail.html