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Lohnunterschied AG direkt ./. Personalentleiher
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THEMA: Lohnunterschied AG direkt ./. Personalentleiher
#14701
Lohnunterschied AG direkt ./. Personalentleiher vor 10 Jahren, 1 Monat Karma: 2
So verdient man Kohle
- natürlich nicht die betroffenen Arbeitslosen, sondern DIE, DIE mit Ihrer Arbeitskraft handeln:

*1.) Stellenangebot in der Tageszeitung; direkt vom Arbeitgeber xyz-Maschinenbau in Beispielstadt. Bewerbung hingeschickt, Vorstellungsgespräch kürzlich gehabt. "Monatsverdienst zwischen 1800-2000 Euro brutto denkbar"

*2.) 1 Woche später Stellenangebot im Internet bei einer regionalen privaten Jobagentur, also einem privaten Stellenvermittler. Web-Bewerbungsformular ausgefüllt - eingeladen zur Vorstellung:
Gemeinsam möchte man mit mir zu einem vereinbarten Vorstellungsgespräch - siehe da - zu der Firma xyz-Maschinenbau in Beispielstadt (siehe *1.), die diesen Personalentleiher/vermittler zusätzlich beauftragt hat.
Monatsverdienst brutto hier:
- die ersten 2-4 Wochen kostenlos arbeiten (würde einen guten Eindruck machen)
- 5 weitere Monate danach für 950 Euro pro Monat brutto arbeiten (das würde das Interesse am Arbeitsplatz unterstreichen und die eigenen Chancen auf eine anschliessende Festeinstellung erhöhen).
Vor Vermittlung bzw. Vorstellungsgespräch durch diese Jobagentur ist ein Vertrag mit Diskretionsverpflichtung und Kostenanteilübernahme auszufüllen.
U. a. stand drin:
- Vermittlungsgutscheine vom Arbeitsamt decken in der Regel nicht die Kosten der Vermittlung ab, daher zahlt der vermittelte Arbeitnehmer monatlich 10% seines Nettogehaltes für die Dauer von 12 Monaten an die "Jobagentur".

Also:
WIEDER EIN ABKASSIERER!!!
Hier kann sich ein jeder mal wieder ausrechnen, welche Summen diese Personalvermittler/-entleiher für sich einkassieren.
Während ich bei *1.) 1800 Euro brutto ca. 1200 Euro netto heraus bekäme = 14400 pro Jahr netto

so wären es bei einer Arbeitaufnahme über *2.) den Personalvermittler:
14400 netto (bei direkt)
- abzüglich 1200 für einen Monat kostenlos
- abzüglich 1250 (ca. 250 Euro je Monat für Dauer von 5 Monaten - Differenz)
- abzüglich 1195 Euro (95 bzw. 120 Euro als 10% Abzug pro Monat als zu zahlende Provision)
= ----------------------------------
bleiben noch 10755 Euro Auszahlung für den Arbeitnehmer (statt 14400 aus *1.) bei Direkteinstellung) und der Personalvermittler kassiert 3645 Euro für seine Personalvermittlung und erschleicht sich zusätzlich noch evtl. einen Vermittlungsgutschein der BA über zusätzliche 2000 Euro.

So schafft man sich ein dickes Bankkonto auf dem Rücken der Arbeitslosen!

Und, in o. a. Beispiel mit Beispielnamen handelt es sich um ein Unternehmen/Personalvermittler, das in den Seiten der BA Jobbörse regelmäßig inseriert und einen auf seriös macht.
Kann nur empfehlen, derartige Abkassierer komplett schriftlich dokumentiert am Besten der BA-Zentrale in Nürnberg zu melden, damit die sehen, was sie da an geprüften Angeboten veröffentlichen.
NoHerb
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#14704
Re: Lohnunterschied AG direkt ./. Personalentleiher vor 10 Jahren, 1 Monat Karma: -1
Wenn der Vermittlungsgutschein vom privaten Arbeitsvermittler angenommen wurde, darf er vom Arbeitnehmer gar keine zusätzlichen Gebühren mehr verlangen, da mit dem Gutschein alle Kosten abgedeckt sind.
Es heißt ausdrücklich: Bei Inanspruchnahme/Annahme eines Vermittlungsgutscheines ist eine private Zuzahlung des Arbeitssuchenden ausgeschlossen.<br><br>Post ge&auml;ndert von: Guru, am: 03/10/2007 19:24
Guru
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#14709
Re: Lohnunterschied AG direkt ./. Personalentleihe vor 10 Jahren, 1 Monat Karma: 2
So mag es theoretisch vorgesehen bzw. &quot;ausgeschlossen&quot; sein. In den AGB bzw. webseiten dieser PV steht es auch so drin, also das bei Erwerbslosen die Kosten durch den Vermittlungsgutschein abgedeckt sind.
Aber in der Praxis sieht es ganz anders aus. Etliche PV´s verlangen bei Einstellung vom Brutto oder Netto einen %ualen oder summenmäßigen Anteil über die Dauer von bis zu 1 Jahr. Andere eine kräftige Einmalgebühr.
Zusätzlich wird in jedem Fall, wenn man dort einen Vermittlungsvertrag unterschreibt, mit dem Vermittlungsgutschein spekuliert und auch von vorneherein danach gefragt. Er ist u. U. sogar Bestandteil des Vertrages.
Dem Sachbearbeiter der Bundesagentur habe ich das bereits 2x vorgetragen und namentlich vorgelegt - Reaktion: Kopfschütteln, Kommentar: &quot; ... unseriös, Vorsicht Finger weg - da bewerben sie sich eben nicht mehr ... &quot;j - Ende. Keinerlei weiteres Interesse - und so stehen diese &quot;geprüften Angebote&quot; weiter in BA´s Jobbörse.
NoHerb
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#14746
Re: Lohnunterschied AG direkt ./. Personalentleihe vor 10 Jahren, 1 Monat Karma: -1
Zu der miesen Bezahlung der Leiharbeiter gibts ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts.

&quot;Equal-Pay&quot; für Leiharbeiter

Arbeitnehmer, die über eine Zeitarbeitsfirma beschäftigt werden, haben keinen Arbeitsvertrag mit dem Unternehmen, in dem sie eingesetzt werden und erhalten ihren Lohn nur von der Zeitarbeitsfirma, die sie vermittelt. Neben der Möglichkeit, die Tätigkeit eines Leiharbeiters jederzeit flexibel beenden zu können ist ein entscheidender Vorteil für die &quot;entleihenden&quot; Unternehmen die Kostensenkung. Denn das Entleihen eines Arbeitnehmers ist fast immer billiger als die Beschäftigung eines fest angestellten Mitarbeiters.

Zuletzt hatte bereits die EU angekündigt, als Gegenmaßnahme den Zeitarbeitern nach sechs Wochen am neuen Arbeitsplatz das gleiche Gehalt und die gleichen Sozialleistungen wie ihren fest angestellten Kollegen zuzusichern.

Doch das Bundesarbeitsgericht (BAG) war noch schneller: In einem Urteil vom 19. September 2007 sprach es einer Sekretärin den sogenannten &quot;Equal-Pay&quot;-Anspruch zu. Die Erfurter Richter stützten sich unter anderem auf das Diskriminierungsverbot des § 9 Nr. 2, § 10 Abs. 4 AÜG (Arbeitnehmerüberlassungsgesetz), das seit 2003 für Zeitarbeitsfirmen gilt. Die Arbeitnehmerin war seit 1981 für die Leiharbeitsfirma tätig, seit 1997 bei einem juristischen Verlag, der seinen Angestellten sogar übertariflich bezahlte. Für die Geltendmachung des gleichen Lohnes gegenüber der Leiharbeitsfirma genügt es nach Ansicht des BAG, dass der Leiharbeitnehmer seiner Leiharbeitsfirma eine Auskunft des Beschäftigungsunternehmens vorlegt, in der das entleihende Unternehmen den von ihm gezahlten Vergleichslohn für seine festangestellten Mitarbeiter nach § 13 AÜG angibt. Es ist dann Sache der Leiharbeitsfirma zu beweisen, dass diese Auskunft unrichtig oder die Tätigkeit ihres Leiharbeitnehmers nicht vergleichbar ist.

(BAG, Urteil vom 19.09.2007, Az.: 4 AZR 656/06)
Guru
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