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Arbeitslos: Jeder Job ist zumutbar – Qualifikation
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THEMA: Arbeitslos: Jeder Job ist zumutbar – Qualifikation
#14242
Arbeitslos: Jeder Job ist zumutbar – Qualifikation vor 10 Jahren, 3 Monaten  
Arbeitslos: Jeder Job ist zumutbar – Qualifikation zählt nicht.
Montag, 13. August 2007

Jobs für Arbeitslose sind nur bei hohen Lohneinbußen oder weiten Wegen unzumutbar
Berlin. Wer seinen Job verliert und Arbeitslosengeld I bekommt, muss jedes zumutbare Stellenangebot annehmen. Zwar sind die Kriterien für zumutbare Arbeit nicht so streng wie beim Arbeitslosengeld II. Je länger die Arbeitslosigkeit jedoch andauert, desto größere Kompromisse müssen Arbeitslose bei Entgelt und Arbeitsbedingungen eingehen.

Grundsätzlich spielen Qualifikation und der bislang ausgeübte Beruf bei der Beurteilung der Zumutbarkeit keine Rolle. Der gelernte Elektriker muss also auch eine Anstellung als Verkäufer in einem Baumarkt annehmen, und bisherige Abteilungsleiter dürfen eine Sachbearbeitertätigkeit nicht ablehnen, wollen sie keine Sperrzeit riskieren.

Allerdings darf das Einkommen im neuen Job nicht «erheblich niedriger» sein als im alten, wie das Sozialgesetzbuch (Paragraf 121, Absatz 3 SGB III) vorschreibt. Es gilt eine Stufenregelung: In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit müssen Arbeitslose einen Einkommensabschlag von höchstens 20 Prozent hinnehmen, zwischen dem vierten und sechsten Monat ist auch ein Minus von 30 Prozent noch zumutbar. Vergleichsmaßstab ist das durchschnittliche Bruttoeinkommen der zwölf Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit, das so genannte Bemessungsentgelt.

Dauert die Arbeitslosigkeit länger als sechs Monate, können Arbeitslose nur dann eine Stelle ausschlagen, wenn das Nettoeinkommen aus der neuen Beschäftigung niedriger wäre als das Arbeitslosengeld. Um das Nettoeinkommen zu ermitteln, werden nicht nur Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, sondern auch Fahrtkosten und unter Umständen auch Ausgaben für Arbeitskleidung und andere Arbeitsmittel vom Bruttogehalt abgezogen. Absolute Untergrenze für ein zumutbares Einkommen ist ein Abschlag von 30 Prozent gegenüber dem ortsüblichen beziehungsweise tariflichen Lohn. Ein noch niedrigeres Entgelt wäre sittenwidrig. Ein Arbeitsangebot kann auch unzumutbar sein, wenn die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsort zu groß ist. So muss ein Arbeitsloser eine Vollzeitstelle nicht antreten, wenn er täglich mehr als zweieinhalb Stunden Fahrtzeit einkalkulieren müsste. Bei einer Arbeitszeit von weniger als sechs Stunden täglich dürfen Hin- und Rückfahrt zusammen nicht länger als zwei Stunden dauern. Allerdings schreibt das Gesetz vor, dass Arbeitslose längere Fahrzeiten hinnehmen müssen, wenn in der Wohnregion «längere Pendelzeiten üblich» sind.

Vor einem Zwangsumzug sind Arbeitslose in den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit in der Regel geschützt. Ab dem vierten Monat ist ein Umzug grundsätzlich zumutbar, sofern nicht familiäre Bindungen gegen einen Umzug sprechen. Aber auch von verheirateten Arbeitslosen kann die Arbeitsagentur verlangen, dass sie für eine Arbeit für bis zu sechs Monate ihren Wohnort verlassen. Die getrennte Haushaltsführung ist nur dann unzumutbar, wenn die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen nicht mehr gewährleistet wäre.

(quelle pro-sozial)
Franky

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^<br><br>Post ge&auml;ndert von: Hartzbeat, am: 04/09/2007 00:45
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