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Ich will in eine WG ziehen!!!
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THEMA: Ich will in eine WG ziehen!!!
#14017
Ich will in eine WG ziehen!!! vor 10 Jahren, 3 Monaten Karma: 0
Ich muß grade ziemlich kurzfristig aus meiner Wohnung ausziehen, da ich ein schädlingsproblem in meinem haus habe. Jetzt habe ich die möglichkeit in einer WG ein zimmer zu mieten, dass allerdings 320 Euro Kosten wird.
Mein Berater sagt mir, dass es zu teuer für ein Zimmer in der einer 2er WG, obwohl der eventuell zukünftige Mitbewohner gar kein Alg 2 Empfänger ist.
Ich mache grad eine Umschulung, die vom Arbeitsamt finanziert wird und bin somit darauf angewiesen, dass das amt meine Miete bezahlt. Hat irgendjemand eine Ahnung davon, wieviel Miete das Arbeitsamt maximal für ein zimmer in einer WG bazahlt?
DAs würde mir sehr weiterhelfen...

vielen Dank schon mal im Vorraus
johannes123
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#14235
Re: Ich will in eine WG ziehen!!! vor 10 Jahren, 3 Monaten Karma: 0
Hallo Johannes,

mir wurde (in Bremen) gesagt, sie zahlen für ein Zimmer in einer 2er oder 3er WG genauso viel wie für ein Apartment. Hier sind das 245 Euro + Heizung. Bei einer größeren WG wäre es weniger. In anderen Städten kann das aber (glaube ich) ein bisschen anders geregelt sein, dehalb würde ich noch mal bei der ARGE nachfragen.

Grüße
Sarah
Sarah81
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#14238
Re: Ich will in eine WG ziehen!!! vor 10 Jahren, 3 Monaten Karma: -16
Hallo Johannes,
Du schreibst: “ muß grade ziemlich kurzfristig aus meiner Wohnung ausziehen, da ich ein schädlingsproblem in meinem haus habe. Jetzt habe ich die möglichkeit in einer WG ein zimmer zu mieten, dass allerdings 320 Euro Kosten wird. Mein Berater sagt mir, dass es zu teuer für ein Zimmer in der einer 2er WG, obwohl der eventuell zukünftige Mitbewohner gar kein Alg 2 Empfänger ist.


Lt. gerichtlichen Urteilen wird klar, dass es hier generell nicht um eine “Höchstgrenze” für WG-Zimmer gehen kann, wie es Dein “Berater” behauptet. Die unten genannten Urteile gehen von a) tatsächlich auftretenden und angemessenen Kosten der Unterkunft aus.

Frage vorweg: Wie alt bist Du?
a) unter 25 Jahre
b) über 25 Jahre
Müsste man, um korrekt zu beantworten, zuerst wissen. Vielleicht beantwortest Du das ja bei Gelegenheit.

Versuchte Praxis: Die KdU (Miete/Nebenkosten) werden oft nur in Höhe der “alten” Wohnung übernommen, wenn der AlgII-Empfänger in eine teuere Wohnung umziehen möchte.
Lt. Urteilen aber: 1. Bei einer WG ist die 100%ige Regelleistung zu zahlen.
2. Unterkunfts- und Heizkosten werden, wenn nicht anders vereinbart, kopfanteilig umgelegt.


TIPP: Schreibe einen Beschwerdebrief an die Dienststellenleitung Deiner ARGE.
Ein Gespräch wäre zwar auch sinnvoll, die Sachbearbeiter jedoch handeln hier oft “08/15” und übernehmen kaum die Verantwortung, sich auf anderslautende Urteilsentscheidungen einzulassen - und daher anders zu entscheiden.
Deshalb gehen diese lieber das kleinere Risiko ein, das Ganze erstmal abzulehnen. Du kannst dann drum kämpfen, Widerspruch einlegen etc. - kann bis zur Klage gehen, wobei DU die Arbeit hast, und nicht der Sachbearbeiter. Ist zu langwierig für Deinen dringenden Fall! Fordere eine unverzügliche Stellungnahme über den Entscheid Deines Sachbearbeiters und bestehe auf eine schnelle Bearbeitung (setze 7-Tage-Frist)

Also Beschwerdebrief mit Schilderung der Ablehnung Deines Sachbearbeiters (Name nennen!) und Termin des Gesprächs angeben. Alles über die neue Wohnung/WG soweit es die Räumlichkeiten, Miete und Nebenkosten betrifft, angeben und Deine jetzige Situation schildern (Umschulung, Konzentration auf die Ausbildung etc.)

Rege Dich im Schreiben - ein wenig - auf, sage, dass Du die Ablehnung des Sachbearbeiters vor allen deshalb nicht nachvollziehen kannst, weil Du bei Deinen Recherchen auf folgende Urteile gestoßen bist:

Diese findest Du hier: (Gib Gerichte/Aktenzeichen und die Quintessenz der Urteilsfindung an
oder streiche in der heruntergeladenen PDF-Broschüre die betreffenden Stellen an, fertige Kopien und lege diese Deinem Schreiben bei.)

Zur Frage der angemessenen Kosten der Unterkunft (KdU) gibt es eine Entscheidung des Sozialgerichts Osnabrück (SG Osnabrück v. 01.08.2005, AZ S 22 AS 243/05 ER):

“Die Festlegung der Angemessenheit wird § 23 Abs. 1 SGB II nur an allein Stehenden oder Bedarfsgemeinschaften (BG) festgemacht. Hier sollte beachtet werden: Die Haushaltsgemeinschaft, aber auch die Wohngemeinschaft ist keine auf Dauer ausgelegte eheähnliche Einstandsgemeinschaft. Daher ist es hier unzulässig doe Quadratmetergrößen der Bedarfsgemeinschaft zu addieren. Selbst in einer, aus einem Topf wirtschaftenden Haushaltsgemeinschaft bekommt jede Person 100% Regelleistung und wird jede Person als eine BG angesehen.
Nicht nachvollziehbar ist, warum dann deren Quadratmeter-Bedarf auf den einer Bedarfsgemeinschaft reduziert werden soll.
In einer WG haben daher die jeweils individuellen angemessenen KdU zu gelten.
Eine Reduktion auf die Angemessenheit als (Gesamt-)BE dürfte daher unzulässig sein.
(Quelle: Auszüge aus der PDF-Broschüre siehe www.tacheles-sozialhilfe.de/harald/SGB_II_Folien.pdf

LSG Schleswig- Holstein L 6 AS 6/06 vom 14.09.2006 :

- § 19 Satz 1 Nr. 1 a. F. SGB II bestimmt, dass erwerbsfähige Hil-febedürftige als Arbeitslosengeld II Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts einschließlich der angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung erhalten.

- § 22 Abs. 1 Satz 1 SGB II regelt, dass Leistungen für Unterkunft und Heizung in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen erbracht werden, soweit diese angemessen sind.

Insbesondere die Fassung der letztgenannten Norm ("in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen ..., soweit diese an-gemessen sind") verdeutlicht, dass die Erbringung von Leistungen für Unterkunft und Heizung an zwei sukzessiv zu bestimmende und deshalb voneinander zu unterscheidende Einflussgrößen anknüpft, nämlich

- die tatsächlichen Aufwendungen einerseits und
- deren Angemessenheit andererseits (ebenso LSG Berl.-Bbg., Urteil vom 9. Mai 2006 – L 10 AS 102/06).

a) Ausgangspunkt der Prüfung sind demnach die tatsächlichen Aufwendungen.
Diese müssen in einem ersten Schritt zunächst festgestellt werden. Welche Aufwendungen insoweit berücksichtigungsfähig sind, hängt davon ab, wie der Wohnbedarf konkret gedeckt wird. Wird - wie hier - eine Mietwohnung genutzt, so sind neben der reinen Miete (Nettogrund- oder -Kaltmiete) die mietvertraglich geschuldeten Nebenkosten, also die Betriebskosten, die der Vermieter von Gesetzes wegen in Ansatz bringen darf sowie die Heizkosten umfasst, soweit sie nicht von der Regelleistung abgedeckt sind .
Wird die Unterkunft von einer Personenmehrheit bewohnt, so sind die pro Kopf entstehenden tatsächlichen Kosten durch Auf-teilung zu ermitteln. Das gilt unabhängig davon, ob alle Be-wohner zur selben Bedarfsgemeinschaft gehören oder nicht.
Die Zuordnung erfolgt aus Praktikabilitätsgründen grundsätzlich unabhängig von Alter, konkretem Wohnflächenbedarf oder Nutungsintensität (vgl. LSG Nds.-Bremen, Beschluss vom 20. März 2006 – L 9 AS 31/06 ER; Lang in Eicher/Spellbrink, SGB II, § 22 Rz 38).
(Quelle: http://www.sozialticker.com/forum/ftopic4883.html

Wünsche RECHT viel Erfolg
HB)rtzbeat


P.S. Wäre echt nett, wenn Du uns weiter über die Sachlage informieren würdest - betrifft sicher viele WGler derzeit oder Leute, die in eine solche ziehen wollen. Dank im Voraus.
Hartzbeat
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